Tag: Refugees

‘Daily Resistance’ #5 is in print!

The new issue coming with articles in many languages by Women in Exile & Friends, Justizwatch, Lager Mobilisation Network Berlin, Moving Europe, Berliner Bündnis gegen Abschiebungen nach Afghanistan, Roma Center, and many more. Grab them at the We’ll come united demo in Hamburg or get hold of your copies by sending a mail to dailyresistance@systemli.org!

Soon, you will be able to download the issue as a PDF via dailyresistance.oplatz.net, as well. Subsequently, we will publish all the missing articles (this time in French, English, Arabic, Turkish, and German) on oplatz.net.

Ein kurzer Bericht von KARAWANE – A short report by KARAWANE

-ENGLISH BELOW-

Offenes Treffen der KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

Am 23. und 24. Juni 2018 fand ein offenes und bundesweites Treffen der KARAWANE der Flüchtlinge und MigrantInnen in Berlin statt. Neben den Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Berlin und Umgebung waren weitere aus Jena, Magdeburg und Wuppertal angereist. Die größte Gruppe bildeten die alleinstehenden oder alleinerziehenden afghanischen oder iranischen Frauen aus Magdeburg da.

Nach der Begrüßung und Vorstellung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens ihre Anliegen und Sorgen und vor allem ihre Erwartungen an dem Treffen miteinander teilen. Bereits hier zu Beginn wurde schnell deutlich, wie sehr die aktuellen öffentlich geführten politischen Diskussionen und die Verschärfungen der Gesetze die Flüchtlinge verunsichern. Im Zentrum all dieser Sorgen stehen Abschiebungen in sogenannten „sicheren Drittstatten“ sowie in die Herkunftsländer.

Aufruf: Demonstrieren für sichere Häfen am 07.07. in Berlin!

Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Migration ist und war schon immer Teil unserer Gesellschaft! Statt dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte, und sichere Häfen.

Seehofer, Salvini, und Kurz nutzen die Not von Menschen auf hoher See aus um ihre eigenen Machtkämpfe auszutragen. Sie treten damit internationale Menschenrechte mit Füßen. Das ist unerträglich und widerwärtig.

Viele schwerkranke Menschen auf der Lifeline und schon auf anderen Schiffen vorher mussten tagelang auf hoher See ausharren, bis der gesellschaftliche Druck so groß wurde, dass Seehofer und Konsorten nicht mehr anders konnten, als die Lifeline anlegen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits mehrere Städte und Länder angeboten, die Menschen auf der Lifeline aufzunehmen.

Doch statt die Solidarität innerhalb der Bevölkerung anzuerkennen, versucht Seehofer immer weiter Seenotrettung zu kriminalisieren. Die Crew der Lifeline wird nun von Seehofer vor Gericht gestellt.

In diesen Minuten, Stunden, und Tagen laufen weiterhin Boote aus den Häfen Libyens aus und die Menschen darauf werden keine Hilfe erhalten, denn aufgrund der angespannten Situation ist kein einziges Rettungsschiff mehr auf dem Mittelmeer. Das heißt: Jeden Tag sterben hunderte Menschen auf dem Weg nach Europa. Das ist eine unfassbare humanitäre Katastrophe, die verhindert werden muss.

Seehofers Plan ist es, dass keine Schiffe mehr auslaufen können.

Wir wollen genau das Gegenteil: Nicht weniger Rettung, sondern viel viel mehr!

Mehr Informationen unter seebruecke.org

Rally and Workshop: All united against an inhumane asylum politics!

*English below, Francais en bas

Der Koalititionsvertrag der Großen Koalition verschlimmert die Bedingungen in denen wir, Flüchtlinge, jetzt schon in Deutschland leben müssen und enthält uns unsere Grundrechte vor.

Wir sprechen von uns als Flüchtlinge, weil wir in Deutschland als Flüchtlinge behandelt werden. Mit dem Label „Flüchtlinge“ erfahren wir Diskriminierungen und Gewalt. Keine beschönigende Rede von „Geflüchteten“ kann verstecken, dass unser Zugang zu Schutz und Sicherheit von der Anerkennung als Flüchtlinge durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abhängt. Wir brauchen alle den Schutz dieser Anerkennung.

Die Regierung will eine Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen schaffen und pro Jahr höchstens 220.000 Menschen aufnehmen. Aber alle Menschen die nach Deutschland kommen, haben das Recht auf Schutz. Wir sind alle Flüchtlinge und keine Quote.

Friday, March 31st, 11am: Demo against deportations to Tunisia – Together against deportations!

Demo against deportations to Tunisia

Together against deportations!

Friday | 31th of march | 11am
Embassy of Tunisia | Lindenallee 16 | close to ZOB Berlin

We‘re a group of tunisians who will protest against the planned deportation of 1500 people. For that
we want to kindly invite you to join us!

First of all, we will protest in front of the Tunisian embassy against their decision to give out travel
documents for said 1500 persons.

Afterwards we will go to the ministry of interior and will protest the decision of carrying out those
deportations.

Finally we will demonstrate in front of the chancellors office in order to make our demand heard, that she shall cancel the agreement with Tunisia. Because we believe that, everyone should have the
right to choose their place of residence!

We hope that you all come and bring all your friends, so that we can be loud together and show our resistance against deportations!

If you have any questions, don‘t hesitate to contact us:
01577 4531 480
asylum.seekers.movement@gmail.com

Call for demonstration in PDF

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Gemeinsam gegen Abschiebungen!

Freitag  |  31. März  | 11Uhr
Tunesische Botschaft | Lindenallee 16 | beim ZOB Berlin

Wir sind eine Gruppe Tunesier*innen, die gegen die geplante Abschiebung von 1500 Menschen demonstrieren wollen.

Dazu laden wir euch herzlich nach Berlin ein!

Zuerst werden wir vor der tunesischen Botschaft eine Kundgebung halten und gegen die Ausstellung von Reisedokumenten für besagte 1500 Menschen protestieren.

Danach werden wir vor das Innenministerium ziehen und die Entscheidung zur Durchführung der Abschiebungen kritisieren.

Schließlich werden wir vor dem Bundeskanzlerinamt für die Aufkündigung des Abkommens zwischen Deutschland und Tunesien demonstrieren. Dabei fordern wir das Recht der freien Wohnortswahl für jeden Menschen ein!

Wir hoffen auf euer Kommen und, dass ihr all eure Freund*innen mitbringt, damit wir gemeinsam und laut unseren Widerstand gegen Abschiebungen zeigen!

Wenn ihr Fragen zur Anreise oder ähnlichem habt, meldet euch unter:
01577 4531 480
asylum.seekers.movement@gmail.com

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

مع بعض ضد الترحيل!
الجمعة | 31 . مارس | الساعة 11
أمام السفارة التونسية | Lindenallee 16
نحن مجموعة من تونسين نتشرف بحضوركم معنا في
مظاهرة ببرلين ضد ترحيل 1500 شخص!
امام السفارة التونسية مظاهرة يطلب عدم تسليم
للحكومة اللمانيا وثائق سفر 1500 شخص.
امام وزارة الداخلية ضد قرار تنفيذ التسفير.
امام مكتب المستشيرة مركل بهدف الغاء قرار
التفاقية بين المانيا و تونس لان نطلب حق العيش حر
في المكاان الذي يختاره الشخص.
و نتمنى أان تحضر معنا أنتم و أصدقائكم
ونحكي بصوت واحد ضد الترحيل! و شكرا
اذا عندكم اي أسئلة عن التريق الخ, رجاء التصال على
رقم و ايمايل التالي
01577 4531 480

asylum.seekers.movement@gmail.com

w2eu Statement 22.01.2017: No Dublin Returns to Greece!

‘One step forward, hundreds back…’ seems to be the motto under which EU experts implement refugee policy, as currently also demonstrated in Greece. On 8 December 2015, the European Commission published its fourth recommendation on the resumption of Dublin Returns to Greece, this time stating that they could be gradually re-installed, as according to them, refugee rights would be adequately protected in Greece. At the same time, images of people who fled war and are now staying in tents covered in snow are spreading through the global media. Once more, the EU is using Greece to make a point: Dublin has to survive, not matter what, that’s the plan. But in reality, this failed plan has significant consequences, causing one more massive human tragedy in Europe for thousands of people who are escaping war, conflict, disaster, hunger and poverty.

Refugees are exposed to snow and rain while forced to stay in tents and unheated prefabricated houses, some of which are old and have broken doors and windows. Over the last days awful pictures from the “Hotspot” detention-camp in Moria on Lesvos have travelled around the world. This time, small tents, not even sufficient for a short summer rain, were collapsing under the pressure of snow and the heavy rains. These pictures where taken by the inhabitants themselves, only a few days after the Greek Deputy Minister of Migration Ioannis Mouzalas had proudly announced that now most refugees would not have to live in tents any more. But refugees and solidarity people alike rose in anger immediately posting photos and videos from camps all around Greece on the internet, demonstrating the opposite. The ‘Winterization’ project failed, during a time when the EU is asserting that Greece is now a safe place for refugees, able to offer adequate living conditions and proper access to asylum procedures.

Greece is not a safe country for refugees. Refugees stuck in Greece are suffering in the inhuman and inadequate living conditions in detention centres and mass camps despite the presence of the UNHCR and numerous international and national NGOs. Refugees lack basic legal rights, access to information and legal aid. They have endured months without access to asylum procedures. They have spent months fighting for their right to stay in Greece while the feasibility of their deportation to Turkey is being examined by the EU’s so-called asylum experts. Hundreds were returned without proper access to legal aid for an appeal against the return decision, without a proper examination of their individual persecution in Turkey, without their asylum claim being heard, without a proper examination of their vulnerability, which should exclude them from any deportation procedure. Their lives have been put on hold on the islands of the Aegean and on the mainland by long-lasting procedures of pre-registration and registration. Access to the asylum procedure is yet not secured as the blocked Skype calls to authorities remain the only way to make an appointment, while thousands of families are separated and have to wait to reunite for almost one year.

Even Greeks are escaping Greece. And so are recognized refugees as there is no welfare system and no labour market, which could offer on the prospect of a dignified life. Even survival is not secured upon receiving the right to stay in Greece as those recognized are excluded even from state housing for refugees and from most of the social support structures offered by NGOs. May we remind you that Greece is suffering for years from a massive economic crisis and all people living here have to cope with the devastating austerity measures forced upon them by the Troika, by our European governments and institutions.

We strongly denounce the EU’s dirty game! The Hotspots are detention centres at the external borders of Europe, meant to select and sort human beings into ‘deportable’ or ‘not-deportable’, ‘migrant’ or ‘refugee’, ‘useless’ or ‘useful’, ‘unwanted’ or ‘wanted’. EASO experts are those who carry out the selection. Frontex is not only the key-institution pursuing militarised controls and the deterrence of “refugee flows” at sea, but also responsible for deportations from the Aegean islands back to Turkey. The Dublin Regulation is a mechanism aimed to keep all refugees at the external borders of the EU. Relocation has failed with only 6,212 persons out of 66,400 successfully moving to other EU-states until the beginning of January 2016 – within the first year of a two-year implementation period. ‘Voluntary’ return is for most people the last choice, and a decision followed the suffering of massive deterrence policies, such as enduring for a year a life in a tent at the rims of Greek society. Refugees give up, finally, preferring to “die at once, than every second again and again” – a sentence that is heard over and over again by refugees in the Greek camps. The cruelty of deportations to Afghanistan is obvious, when we see how European citizens are advised not to go there due to concerns for their safety. Nevertheless, and ironically, the life-threatening situation in Afghanistan is swiftly forgotten when it comes to the granting of asylum to Afghan refugees. The EU-Turkey Deal is nothing more than the result of the blackmailing strategies of a dictator, using Europe’s desire to keep refugees out as leverage.

But Dublin will fall again! Deportations to Greece were already once stopped back in 2011 following the decision of the European Human Rights Court in the case ‘MSS v. Greece’ – and as a result of a long struggle during which many, many refugees escaped from Greece, were deported and escaped again. Some had to flee through Europe 5-6 times. But finally it was over, they succeeded often, and stayed.
Dublin Returns to Greece will be strongly contested in national and international courts again now. As we have seen, the Dublin-regulation has been overrun many times before by the struggles for freedom of movement of individuals and groups.
Mouzalas had to correct himself. We politely suggest the European Commission to do the same.

Refugees are no numbers on a tent, no fingerprints, but people with faces, names and stories!

The Dublin Regulation has to be abolished now.
Human rights violations have to end now.
People have to join their families now.
People have to be in safety and in dignified conditions now.

We therefore demand:

Equal rights for all!
Freedom of movement to all refugees in Greece and elsewhere!
The right to stay for all!
Stop deportations!

No one is illegal!

w2eu – a network born out of the struggle against Dublin returns in 2009

w2eu Statement 22.01.2017: No Dublin Returns to Greece!

Refugee-Migrants Political Community Meeting in Hamburg 18th and 19th of August 2016

participants20berlin_0Die Flüchtlings-Community braucht euch!

English:
“We are are coming to you” – The refugee community needs you!
Refugee-Migrants Political Community Meeting in Hamburg on the 18th and
19th of August 2016 + Foto: http://thevoiceforum.org/node/4209Protocol of Refugee Community Meeting with activists of The VOICE
Refugee Forum in Jena, Saturday, 30.07.2016
http://thevoiceforum.org/node/4208
##Review on Break Deportation Culture – Deportation is criminal and we
fight to stop it!
http://thevoiceforum.org/node/4210##
Deutsch:
Hamburg: „Wir kommen zu euch“ – Die Flüchtlings-Community braucht euch!
Foto vom Flüchtlings-Community-Treffen in Berlin vom 08. July
http://thevoiceforum.org/node/4212Das Protokoll des Treffens der Flüchtlings-Community mit Aktivist_innen
von THE VOICE Refugee Forum in Jena, am Samstag, dem 30.07.2016:
http://thevoiceforum.org/node/4211
####Regular meetings will continue:

Appeal For Urgent Donation Needed:
Please support us by public donation to inspire self-organized movement
of refugees in Germany

Die regelmäßigen Treffen werden weitergehen.
Dringender Aufruf für Spenden

Betreff/Code: Refugee Activism“
The VOICE e. V
Sparkasse Göttingen
Kontonummer: 127829
BLZ: 260 500 01
IBAN: DE97 2605 0001 0000 1278 29
BIC: NOLADE21GOE

 

Women in Exile News

 

Women in Exile

Spread the word - Bitte Weiterleiten -

(Text in engl. / german - Please translate to others - Bitte für andere
übersetzen)

KUNDGEBUNG / MANIFESTATION at OranienPLATZ - Berlin

Welcoming WOMEN IN EXILE ON TOUR2016

SATURDAY      13.08.2016

15.00 – 19.00 UHR / 3 – 7 P.M.

Women in Exile & Friends are finishing their Summer Bus Tour 2016 in Berlin. Since 25th of July they have been visiting refugee women all over the country to fight for their rights and against the discrimination they face as women and as refugees.
Berlin's welcoming group for Women in Exile invites you to the rally when they arrive in Berlin!

PROGRAM:
- Statement from Women in Exile
- Some words from supporters
- Photo exhibition from the tour
- Madalenas/Kuringa: Theatre of the Oppressed
- Las puchachitas - feminist Son Jarocho
- Football

AT 6 P.M. DEMONSTRATION: OPLATZ - MARIANNENPLATZ

“WE ARE GETTING LOUDER AND LOUDER! ABOLISH ALL LAGERS!”
(This has been the slogan of the Women in Exile Summer Bus Tour 2016.)

Women in Exile & Friends kommen zum Abschluss ihrer Bustour 2016 nach Berlin. Seit dem 25. Juli haben sie geflüchtete Frauen im ganzen Land besucht und sie ermutigt, für ihre Rechte und gegen Diskriminierungen zu kämpfen.

Die Berliner Willkommensgruppe lädt Euch ein:

Kommt und begrüßt sie mit einer KUNDGEBUNG UND KULTURPROGRAMM!
- Rede von Women in Exile
- Grußworte von Unterstützer*innen
- Fotoausstellung der Bustour
- Madalenas/Kuringa: Theater der Unterdrückten
- Las Puchachitas - feministische Son Jarocho
- Fußball

UM 18.00 UHR - DEMONSTRATION: OPLATZ - MARIANNENPLATZ

“WIR WERDEN IMMER LAUTER! WEG MIT DEN LAGERN!”
(Das war das Motto der Bustour 2016 von Women in Exile.)

link :

https://www.facebook.com/events/2125254107698735/ [1]

The second issue of >Daily Resistance< is out!

Dear people from all over the world, this is the second issue of the newspaper >Daily Resistance< (Read it as a PDF)! It is written by people in the same position like you as so-called refugees who don’t accept their disfranchisement by the German state. They write about their fight and share their opinions to reach out to people who are in the same situation. They are supported by very few citizens and friends in solidarity. Together, we are a growing group of people who are fighting against a system of politicians, media and capitalists that is based on dehumanizing laws, that criminalizes and instrumentalizes people and that exposes itself by the capitalized lager industry.

After releasing the first issue of Daily Resistance, we have received a lot of positive feedback. Many of people started to show interest in writing for the newspaper or distributing it in lagers. Initially, we printed 2000 copies. Soon they were all gone and we realized we have to print more. In the end, we distributed more than 5000 copies in Berlin, Munchen, Jena, Erfurt, Bremen, Darmstadt, Kiel, Hannover, Delmenhorst, Landshut … also in Manchester and Vienna. In Thessaloniki, people managed to throw packages of newspapers over the fences of a closed lager. This is all incredible and gave us the energy to continue. We like to thank everybody who moved the newspaper forward and invite all to join in the fight of breaking the isolation in lagers.

You can join and contribute to the newspaper as an author or join as translater, lecturer, editor, photographer, distributer, … get in contact with us.
The newspaper is now ready for distribution!
We are trying to distribute the newspaper german-wide. You are more than welcome to help distribute the newspaper in your city. Just get in contact with us and we organize it together. We are also working on a list of contact persons who have access to lagers and can distribute the newspaper by putting it directly into the hands of the adressed, past the security. Please get in contact with us, if you can distribute.
We are very interested in your opinion, in your ideas and your criticism, too. Please get in touch: dailyresistance@oplatz.net
Peace
The Daily Resistance Group

Das Denkmal für die ermordeten Roma und Sinti Europas in Berlin: Kein Platz für politischen Protest, Platz für Polizeieinsatz

Statement von alle bleiben

Berlin, 24. Mai 2016. Die Polizei räumt kurz nach Mitternacht die Versammlung der Roma, die sich abends dort eingefunden hatten – um gegen ihre Abschiebungen zu protestieren und sich Bleiberechte zu erkämpfen. Familien mit teilweise sehr jungen Babys, Kindern und Jugendlichen aus Norddeutschland waren nach Berlin gekommen, damit ihre Situation von der Bundespolitik wahrgenommen werden sollte.
Wir unterstützen ihre Proteste vor Ort, weil wir ihre Anliegen teilen.

familie3Was den Betroffenen am meisten fehlt, ist Solidarität. Vor Ort waren ein paar Aktive aus antirassistischen Initiativen sowie ein paar aufmerksam gewordene PassantInnen. Zum Glück, denn das waren die einzigen, die sich auf Seiten der Roma einmischten. Die Reaktionen von offizieller Seite an diesem späten Sonntagabend waren abwehrend, abwertend und eiskalt. Alle versuchten, auf die Roma einzuwirken, damit sie diesen Ort so schnell wie möglich verlassen. Niemand stellte sich in dieser krisenhaften Situation auf die Seiten der Roma, beispielsweise damit die Polizei ihre Blockade des Eingangs beendet (was die Lage deutlich entspannt hätte). Insofern ist die Behauptung, die Räumung wäre zum Wohl der Frauen und Kinder erfolgt, eine Art umgekehrte Schutzbehauptung. Sie spricht den Frauen die Fähigkeit ab, über sich und ihre Kinder selbst zu bestimmen. Dabei war deren Entscheidung klar. Zweimal gingen die Sprecher der Familien zu den Familien, um sich zu beraten. Zweimal entschieden diese unmissverständlich, dass sie bleiben wollten – „Hierbleiben!, Hierbleiben!“ riefen sie, auf Deutsch und in Romanes.

Es wäre ein Leichtes gewesen, die Verbleib der Familien über die Nacht zu ermöglichen. Immer wieder gab es diesen Vorschlag, immer wieder wurde er abgelehnt. Die Familien wussten auch nicht, wohin.

Sie wollten gerade an diesem Denkmal für ihre Rechte kämpfen, weil sie sonst keinen Ort haben. Nirgends.

In einem irren Versuch Härte zu zeigen waren die Vertreter der Stiftung schwach und hilflos, so überfordert, so unfähig, dass sie das Gelände stundenlang von der Polizei umstellt ließen und der Öffentlichkeit den Zugang verstellten. Ihnen kam es allein darauf an, keinen „Präzedenzfall“ zu schaffen, der zu dem Zeitpunkt längst eingetreten war. Völlig abwegig ist die Annahme, den Menschen eine Übernachtung im Denkmal zu erlauben würde nach sich ziehen, dass danach täglich fünfzig Roma den Ort einnehmen würden, um gegen ihre Abschiebungen zu protestieren. Sammelabschiebungen und Aufforderungen zur freiwillligen Rückkehr lassen den wenigsten Roma die Möglichkeit, sich überhaupt dort hin zu bewegen. Der Protest ist für diese Menschen gerade an diesem Ort wichtig.

Next Page »