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Why We Fight To Stop Deportation By Occupation of Die Linke Party Office in Jena (updated)

Wir haben heute, am 11. Mai, von ca. 15:30 Uhr bis 18 Uhr aus zwei Gründen das Jenaer Parteibüro der Linken besetzt. Erstens wollten wir ein klares Zeichen gegen die Massenabschiebungen von Migrant_innen aus Thüringen und die deutsche Deportationskultur setzen. Jede Abschiebung ist ein Verbrechen und muss gestoppt werden. Zweitens wollten wir die Debatte über die Verwicklung der Linkspartei in die Abschiebemaschinerie und unser Verhältnis zu ihr anheizen. Die generelle Ablehnung von Abschiebungen darf keine Verhandlungsmasse im Koalitionsgeklüngel sein.

Jena: Flüchtlingsaktivisten besetzten LINKEN-Büro
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1011604.jena-fluechtlingsaktivi…

Für uns ist klar: Die Linkspartei hat in Thüringen (und zahlreichen anderen Bundesländern) durch ihre Regierungsbildung die politische Entscheidung getroffen, die staatliche Abschiebemaschinerie zu verwalten und so neben Bullen, NGOs, Bürokratie etc. zu Mittäter_innen zu werden. Das trifft selbstverständlich auch für andere Parteien wie die Grünen und die SPD zu. Dennoch versuchen die Thüringer Linken immer noch mit Refugees-Welcome-Postern und über sinnfreies Gelaber das zu verschleiern, was doch so offensichtlich ist. Auch sie lassen abschieben. Auch sie unterteilen durch ihre Politik „gute Kriegsflüchtlinge“ und „schlechte Wirtschaftsflüchlinge.“ (Wie auch im ND-Online-Artikel zu unserer Besetzung, in dem am Ende darauf hingewiesen wird, wie sich die Linken für den Familiennachzug von Syrer_innen stark machten.) Und auch sie schöpfen nicht einmal den Rahmen des Möglichen aus. Es gibt z.B. in Thüringen keinen Winterabschiebestop mehr wie noch zu Zeiten der CDU-Regierung. Damit haben die Linken schon lange eine rote Linie übertreten und können sich nicht länger über ihren angeblichen Kampf in den Institutionen und dessen Widersprüche rausreden. Das überrascht uns nicht weiter. Wer den Staat übernehmen will, übernimmt auch seine Logik und dazu gehört die Bevölkerungsverwaltung durch Deportation und Abschiebung. Wären die Leute in der Linkspartei tatsächlich Antirassist_innen, müssten sie die Koalition platzen lassen oder austreten.

Auch während der Besetzung haben Linke-Funktionäre und Parteimitglieder versucht, uns zuzulabern und sich rauszureden. Es hat eine Weile gedauert, ihnen klar zu machen, dass wir nicht gekommen sind, um mit ihnen zu sprechen und in Dialog zu treten, sondern dass wir ihr Büro besetzt haben, um es mit unseren Inhalten zu füllen.

Während der Besetzungsaktion wurden 600 Flugblätter auf Deutsch und Englisch in der Innenstadt verteilt (siehe weiter unten) und eine Rhythms of Resistance / politische Samba-Gruppe spielte. Die RoR-Gruppe hat viel Aufmerksamkeit auf die Aktion gelenkt und dabei Slogans gerufen wie: „Gegen das deutsche Abschieberegime“ und „Auch die Linken bringen Menschen um, jeden Tag durch Abschiebung“.

16:30 Uhr haben wir im besetzten Büro eine Info-Veranstaltung durchgeführt. Es wurden Infos über die beteiligten Apparate und die Abschiebungen der letzten Monate durchgegeben, Leute haben von ihren persönlichen Erfahrungen und ihre Mitbetroffenheit gesprochen und wir haben über antirassistische Praxis und die Rolle und Mitschuld der Linkspartei gesprochen. Wir alle stehen vor der Frage, wie wir unsere Ohnmacht angesichts der überwältigenden Entwicklung (z.B. Sonder-Abschiebelager für Roma und Romnja in Bayern, die Verschleppung unserer Freund_innen) kollektiv überwinden können.

Nachdem wir die Info-Veranstaltung beendet hatten, verließen wir das Büro geschlossen und zogen als Spontan-Demo über die Johannis-Straße.

Es kamen schon zu Beginn der Besetzung relativ schnell Bullen (vermutlich vom Makler-Büro auf demselben Hausflur oder der Hausverwaltung gerufen) und Leute vom ZEVD, dem Zentralen Ermittlungs- und Vollzugsdienst der Stadtverwaltung (sehen aus wie Securities und werden vom Ordnungsamt bei Ruhestörungen etc. geschickt). Die Bullen führten während der Aktion Personalienkontrollen im Umfeld des Büros durch, klauten das „Abschiebungen Stoppen“-Transpi, kontrollierten und filmten die Rhythms of Resistance-Gruppe nach der Aktion und stoppten und filmten die Spontandemonstration und lösten sie mit 4 Wannen voller Bullen auf.

Durch die Aktion haben wir die Stadt informiert, Aufmerksamkeit erregt, einige hitzige Debatten angestoßen und Leute dazu gezwungen, endlich klar Position zu beziehen. Letzten Endes war es natürlich bloß eine symbolische Aktion. Worauf es ankommt, ist der alltägliche gemeinsame Organisierungsprozess von Migrant_innen und Unterstützer_innen. Abschiebungen können nur von einer selbstorganisierten und rebellischen Community der Migrant_innen verhindert werden und diese Community müssen wir unterstützen, indem wir die Isolation in den Lagern aufbrechen, die Menschen kennen lernen und den gemeinsamen Widerstand organisieren.

Fotos: https://linksunten.indymedia.org/de/node/178706

Bericht von der Besetzungsaktion des Jenaer Linkspartei-Büros gegen die Massenabschiebungen unter der Thüringer Linksregierung

Break Deportation – Refugee Lager Camps Tour in Thüringen

Break deportation Tour in Thüringengerman bellow

Refugees are invited to participate in The VOICE Refugee Forum weekly meeting on Thursdays in Jena:

Time: 6pm Place: Schillergaesschen 5, 07745 Jena Tel.: 076 24568988, Email: thevoicerefugeeforum@riseup.net Internet: thevoiceforum.org

Date: 30.04.2016, Place: Haus auf der Mauer, (Johannis Tor) in Jena, Time: 14:00 Hrs

We are meeting again in Jena! Break Deportation – Refugee Lager Camps Tour in Thüringen Discussion with Refugees from Erfurt, Jena and Apolda (Refugees from Waltershausen are invited)

What are the top issues in your cities, towns and neighbourhoods concerning the refugees’ isolation in the lagers, deportation camps? Please send us information on this and also proposals for discussions from your groups!

Open Meeting: Break Deportation – Refugee Lager Camps Tour in Thüringen
Discussion with Refugees from Erfurt, Jena and Apolda (Refugees from Waltershausen are invited)
Date: 30.04.2016, Place: Haus auf der Mauer, (Johannis Tor) in Jena, Time: 14:00 Hrs

We are meeting again in Jena, this time to plan the Break Deportation – Refugee Lager Camps Tour and discuss with other refugee community activists in Thueringen. There will be proposals for seminars and workshops on refugee struggles and the rights to asylum, with focus on the inhuman situation the refugees are being subjected to live with, the crimes of deportation, the racist persecution and the isolation culture of Refugee Lager Camps lagers.

For refugees to make their own voices heard in all the refugee lagers, more of us need to speak up and start to organize in the our communities, planning campaigns on issues we care about most.

We are inviting the refugees to connect with themselves to develop a common appeal to empower a refugee agenda for community initiatives in any place in the region.

We are motivated by our quest for a free society, equality, human dignity and freedom of movement.

In these times of proxy wars, mass deportations and social exclusion that is coupled with racial discrimination of refugees and migrants from Europe, a refugee community platform is more important than ever. With the aggressive attack and de facto abolition of asylum laws in Germany and an increased level of violence and right wing mass mobilisations, we want to offer a common opposition and resistance against these crimes by the German politicians and the mainstream who are instigating racist logics to discriminate and advocate for the deportation of thousand of refugees everyday. We also do not forget the danger we find ourselves with pro fascist parties who have advocated for the police to shoot the refugees at sight at the national borders.

The Struggle against colonial Injustice:

The refugees are criminalized at the borders before and after arrival in Europe by laws restricting their movements, isolation with constant deportation threats and racial discrimination. We are organizing to let the world hear from us and to understand that we are not guilty of any crime by seeking refuge and to be a refugee in Europe. We know that the reasons of our escape and flights from our countries are connected to the global exploitation and destruction of the refugee countries through wars and their so- called international treaties of global dominance of the rich nations through a capitalist hegemony.

The refugee crisis in Europe is created by the European proxy wars and colonisation that has been reinforced through the colonial heritage and the divide and conquer policies. These neo-colonial power policies are enforced further to escalate the continuous destruction and abuses of the refugees here and in their home countries.

Our Solidarity; from Self-organization to Self-determination:

Our right to stay is not guaranteed without discrimination and deportation threats. We need the participation and solidarity from refugee activists, old and new, to reclaim our dignity to live a normal life and for freedom of movement.

Refugees can start to write their solidarity appeals, so we can share with other refugee initiatives to join our networks. With your support we can respond powerfully and independently as a community, to challenge and resist the perpetrators of these crimes, the German government, the politicians and the authorities, the racists and their collaborators in general.

The “Break deportation” network is initiated as an open platform of activists to support the refugees’ self-organized empowerment and community networking against the crimes of deportation and social exclusion of refugees.

In Solidarity with the Refugee Community

Let us unite to end the deportation and social exclusion in Germany! Coming together to discuss and plan is a strategy to achieve this goal.

Join your local groups for discussions to empower the refugee community movement

Sharing is caring, in solidarity we remain

Refugees are invited to participate in The VOICE Refugee Forum weekly meeting on Thursdays in Jena:

Time: 6pm Place: Schillergaesschen 5, 07745 Jena Tel.: 076 24568988, Email: thevoicerefugeeforum@riseup.net Internet: thevoiceforum.org

Deutsch:

Wir treffen uns am 30. April 2016 wieder in Jena! Break-Deportation-Flüchtlingslager-Tour in Thüringen!

Welches Thema bewegt euch in euren Städten, Orten und Vierteln zurzeit am meisten bezüglich der Isolation der Flüchtlinge in Heimen und Abschiebelagern? Bitte schickt uns die Diskussionsvorschläge eurer Gruppen!

Offenes Treffen zur Break-Deportation-Flüchtlingslager-Tour in Thüringen
Diskussion mit Refugees aus Erfurt, Jena und Apolda
30.04.2016 | 14 Uhr | Im Haus auf der Mauer (Johannisplatz 26) in Jena

Wir treffen uns wieder in Jena, dieses Mal, um die Break-Deportation-Lager-Tour zu planen und um mit Aktivist_innen der Refugee-Communities aus Thüringen zu diskutieren. Es wird Vorschläge für Seminare und Workshops zu Flüchtlingskämpfen und Asylrecht geben, mit dem Schwerpunkt auf der unmenschlichen Situation, in der Flüchtlinge zu leben gezwungen sind, den Verbrechen der Abschiebung, der rassistischen Verfolgung von Flüchtlingen und der Kultur der Isolation in den Lagern.

Damit Flüchtlinge ihre eigene Stimme erheben können und gehört werden, ist es nötig, dass noch mehr von ihnen für sich selbst sprechen, sich in der Flüchtlingscommunity zu organisieren beginnen und Kampagnen über die Angelegenheiten, die ihnen am meisten Sorgen machen, planen.

Wir laden die Flüchtlinge ein, sich miteinander zu vernetzen und einen gemeinsamen Aufruf zu erarbeiten, mit dem die Agenda der Flüchtlinge für eine Community-Initiative in der gesamten Region gestärkt werden kann.

Dabei treibt uns das Streben nach einer freien Gesellschaft, Gleichheit, menschlicher Würde und Bewegungsfreiheit an.

In diesen Zeiten von Stellvertreterkriegen, Massendeportationen und sozialer Ausgrenzung, die mit der rassistischen Diskriminierung von Flüchtlingen und MigrantInnen in Europa Hand in Hand geht, ist eine Plattform der Flüchtlingscommunity wichtiger denn je. Angesichts der aggressiven Angriffe auf die Asylgesetze in Deutschland, des Anstiegs von Gewalt und rechten Massenmobilisierungen, wollen wir gemeinsam die Opposition und den Widerstand gegen die Verbrechen der deutschen Politiker und der Mainstream-Gesellschaft organisieren, die gegen die Refugees hetzen und sich für die Abschiebung von Tausenden von Refugees täglich einsetzen. Wir wollen auch nicht vergessen, wie profaschistische Parteien gefordert haben, dass die Polizei an den Landesgrenzen auf Refugees schießen soll.

Der Kampf gegen koloniales Unrecht:

Die Flüchtlinge werden durch Gesetze, die die Bewegungsfreiheit einschränken, durch die Isolation, Abschiebedrohungen und rassistische Diskriminierung kriminalisiert und das sowohl vor wie auch nach ihrer Ankunft in Europa. Unser Recht auf Aufenthalt ohne Diskriminierung und Abschiebedrohung ist nicht garantiert. Wir organisieren uns, damit die Welt von uns hört und versteht, dass wir keines Verbrechens schuldig sind, wenn wir als Flüchtlinge Zuflucht in Europa suchen. Wir wissen, dass die Gründe unserer Flucht aus unseren Ländern mit der globalen Ausbeutung und Zerstörung dieser Länder durch Kriege und die sogenannten „internationalen Verträge“ der hegemonialen und reichen kapitalistischen Staaten dieser Welt zusammenhängen.

Die europäische Flüchtlingskrise ist das Produkt europäischer Stellvertreterkriege und kolonialer Verhältnisse, die auf das koloniale Erbe der Politik eines „Teile und Herrsche“ aufbauen. Diese neokoloniale Machtpolitik verschärft sich, um die ungebremste Zerstörung der Heimatländer der Flüchtlinge und ihre Misshandlung dort wie auch in Europa voranzutreiben.

Unsere Solidarität: Von Selbstorganisation zu Selbstbestimmung:

Unser Bleiberecht – ohne Diskriminierung und drohende Abschiebung – ist nicht gewährleistet. Wir brauchen die Beteiligung und Solidarität von beiden, den neu hier ankommenden und den alten Flüchtlingen, um uns unsere Würde, Bewegungsfreiheit und ein anständiges Leben zu erkämpfen.

Flüchtlinge können damit anfangen, Solidaritätsbotschaften zu verfassen, die wir an andere Flüchtlingsinitiativen weitergeben können, damit sie sich unserem Netzwerk anschließen. Mit eurer Unterstützung können wir als als unabhängige Flüchtlingscommunity den Tätern und ihren Verbrechen unseren entschlossenen Widerstand entgegensetzen – der deutschen Regierung, der Politikern und Behörden, den Rassisten und ihren Mitläufern.

Das Break Deportation Network wurde als offene Plattform ins Leben gerufen, über die Aktivisten die Selbstorganisierung, Selbstermächtigung und Vernetzung der Refugee-Community gegen die Verbrechen der Abschiebung und sozialen Ausgrenzung der Flüchtlinge unterstützen können.

Solidarität mit der Flüchtlingscommunity!

Lasst uns uns zusammenschließen, um Abschiebung und soziale Ausgrenzung in Deutschland zu beenden!

ROMENGO DROM der WEG der ROMA – Aktionen 25. – 27. Juli in Jena

Demonstration in Jena – Abschiebungen von Roma stoppen am 27. 07, Start um 15:00 Uhr: Schulstraße 11, Lager GU Asylbewerberheim, 07749 Jena

Am 8.6.2013 gründeten wir die Initiative Roma Thüringen. Das Volk der Roma hat keinen eigenen Staat und muss auf eine jahrhundertelange Geschichte
der Verfolgung zurückblicken. Die Geschichte der Vernichtung der Roma zur Zeit Nazideutschlands hatte trotz der Einweihung einer Gedenkstätte in
Berlin bisher niemals eine gesellschaftspolitische Debatte zur Folge. Mit der Gründung der Initiative beabsichtigen wir unsere Sichtweise in die Debatte der menschenunwürdigen Ausgrenzung der Roma in Deutschland einfließen zu lassen und die strukturelle Verweigerung regulärer Asylverfahren anzuklagen.

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