Eröffnung des Frauen-Internet­-Cafés »Women’s Space« in Berlin-Marzahn

Obwohl wir alle in einer Stadt leben und die Globalisierung uns viele Türen öffnet und unsere Neugier über andere Kontinente stillen kann, sehen wir sogar in Berlin täglich die soziale Trennung zwischen Einheimischen und Geflüchteten. Liegt es an der Intoleranz beider Seiten, sich der anderen Kultur gegenüber zu öffnen, oder spielen mehr Faktoren hier eine Rolle.

Geflüchtete haben es in Deutschland schwer, sich zu integrieren, da sie oft abgeschottet von der deutschen Gesellschaft in Lagern leben, ohne die nötige Information und Bildung zur Verfügung zu haben, die den Integrationsprozess erleichtern würden. Daher gründete der Refugee Emancipation e.V. ein Cyber-Café namens Women’s Space, das Geflüchteten, speziell Frauen*, helfen soll, diese Barrieren zu überwinden. Am 23. 5. wurde es eröffnet.

Ich erwische Ima Tchenkoue im Gespräch mit ihren Mit­arbeiterinnen im Café Women’s Space und sie gibt mir einen Moment ihrer wertvollen Zeit, um mir ein paar Fragen zu beantworten. Heute ist die Eröffnung des Cafés, die Stimmung ist heiter aber b­e s ­ timmt, denn alle sind neugierig, zu erfahren, was für Türen sich mit diesem Café öffnen. Sie erzählt mir, dass das nun das elfte Café dieser Art ist, das sie in Deutschland eröffnen, das dritte in Berlin, aber das erste, das auf Frauen* spezialisiert ist.

»Das Café ist mehr als nur ein Internet-Café, es ist ein Empowerment-­Zentrum«, erklärt Ima und nimmt noch einen Schluck von ihrem Tee. Ein Ort, an dem Frauen einen Zugang zum Inter­net bekommen, sich aber außerdem auch an Empowerment-­Workshops und Diskussionsrunden beteiligen können, um Erfahrungen auszutauschen. Ich schaue mich nach den Frauen um, die immer noch zusammen an dem Tisch sitzen, von dem ich Ima gerade entführt habe. Während sie sich heiter unterhalten und zusammen lachen, bekomme ich das Gefühl, dass sie sich gegenseitig Mut geben und einander stärken.

»Solche Orte sind selten«, fährt Ima fort, »an denen wir Geflüchteten uns die Zeit nehmen können, über unsere Perspektiven nachzudenken, uns gegenseitig bei zu treffenden Entscheidungen zu unterstützen und uns darüber auszutauschen, was wir eigentlich machen wollen.«

Dieses Café kann diese Bedürfnisse von Frauen erfüllen. Dank ihm können Sie zum Beispiel Treffen organisieren, Deutsch-Kurse machen, Ausdrucke für Behörden machen und andere Angebote wahrnehmen. Sie fährt fort: »Für das reibungslose Funktionieren unseres Cyber­-Cafés sorgen wir drei Koordinatorinnen, Lamia aus Syrien, Faiba aus Afghanistan, und ich selber.« Sie öffnen täglich von 12 bis 18 Uhr montags bis freitags die Türen.

Ima hat eine klare Position zu geflüchteten Frauen* und Migrantinnen in Deutschland. Sie vertritt den Stand­­­ punkt, dass Frauen andere Fluchterfahrungen haben als Männer. Sie haben es insgesamt schwerer, da sie sich oft um die Kinder kümmern und sich oft im Heim zurück­ ziehen, was wiederum den Integrationsprozess erschwert. »Uns ist innerhalb dieser fünfzehn Jahre, in denen wir Internet-Cafés betreiben, aufgefallen, dass Frauen diese Angebote weniger wahrnehmen. Daher kam uns die Idee, einen Ort speziell für Frauen zu schaffen, wo sie die Möglichkeit haben, sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.«

REFUGEES EMANCIPATION WOMEN’S SPACE MARZAHNER PROMENADE 45 12679 BERLIN

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