facebook feed fist header movement-text refugee-movement-text twitter youtube
News

Solidaritätserklärung des Refugeecamps auf dem Oranienplatz zu den Attacken am 17.06.2013

Solidaritätserklärung des Refugeecamps auf dem Oranienplatz

Gemeinsam gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung, gegen Spaltung und Entsolidarisierung!

Wir, die protestierenden Refugees vom Oranienplatz erklären:

Nach dem Messerangriff auf einen Geflüchteten am vergangenen Montag und der darauf folgenden, von der Polizei provozierten Eskalation, erklären wir: Wir lassen uns nicht gegeneinander aufhetzen und werden gemeinsam für unsere Forderungen kämpfen!

Wir lassen nicht zu, dass von Teilen der Medien, Politik oder Gesellschaft ein „ethnischer“ Konflikt konstruiert und Menschen, die von Rassismus und sozialer Ausgrenzung betroffen sind, gegeneinander ausgespielt werden. Rassismus ist ein komplexes gesamtgesellschaftliches Phänomen. Wir werden uns nicht spalten lassen. Das Prinzip „Teile und Herrsche“, durch das verschiedene „Gruppen“ gegeneinander aufgehetzt werden, wird bei uns keinen Erfolg haben! Wir wenden uns entschieden gegen jeden Versuch einer pauschalen negativen Zuschreibung, die mit Bezug auf eine vermeintliche Herkunft, Religion, Lebensweise oder dem sozialen Status direkt oder indirekt ganze Bevölkerungsgruppen stigmatisieren, kriminalisieren und ausgrenzen soll. Eine Spaltung und Entsolidarisierung zwischen Menschen mit und ohne Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrung lehnen wir ab. Rassismus und soziale Ausgrenzung werden wir nur gemeinsam und solidarisch überwinden.“

„Es existieren viele Gerüchte, Vermutungen bzw. Spekulationen zu diesen Vorfällen. Wir als direkt Betroffene wurden dabei nur selten nach konkreten Abläufen und Fakten sowie Hintergründen und Zusammenhängen befragt. Dies betrifft insbesondere Medienvertreter_innen, die stattdessen scheinbar aus eigenen, politisch motivierten Interessen auch Falschmeldungen verbreiten, aber auch die Polizei und ihre Pressemitteilung. Hier war zunächst von einer leichten, oberflächlichen Verletzung die Rede. Nach wie vor liegt der mit dem Messer angegriffene Geflüchtete auf der Intensivstation. Die Information von Seiten der Polizei, dass dieser bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war absichtlich falsch! Zeitgleich ignorieren Teile der Medien weiter diesen Mordversuch und seine Folgen als die eigentliche Ursache für die gesamten Auseinandersetzungen und bagatellisieren diesen. Stattdessen werden das Camp als Problem und die Refugees als Verursacher_innen des Konflikts dargestellt. Wir fordern daher insbesondere die Medien dazu auf ihrer Verantwortung gerecht zu werden und zu einer sachlichen, wahrheitsgetreuen Berichterstattung mit fundierter Recherche beizutragen, um damit einer weiteren Eskalation entgegen zu wirken.

Die Unterstützung im Kiez , der Stadt und weit darüber hinaus ist sehr groß

Viele Gruppierungen und Einzelpersonen mit den verschiedensten zugeschriebenen „Migrationshintergründen“ haben bisher die Refugeeproteste unterstützt. Die Solidarität ist sehr groß, was nicht zu letzt an der spontanen Unterstützen am Abend direkt nach dem Messerangriff und der großen Demonstration am darauffolgenden Tag zu sehen war. Ebenso unterstützen wir zahlreiche soziale Proteste und nehmen aktiv daran teil. Die Konstruktion eines Konfliktes zwischen einem angeblich homogenen Refugeecamp sowie einer angeblich homogenen „türkischen Community“ bzw. Anwohner_innen werten wir als Lüge und gezielte Provokation. Wir treffen im Verlauf unseres Protestes auf Personen, die aus eigenen Interessen und politischer und/oder rassistischer Motivation gegen die Refugeeproteste als Ganzes oder das Refugeecamp bzw. die besetzte Schule in der Ohlauerstraße im Einzelnen argumentieren und polemisieren. Offensichtlich mit dem Ziel, endlich das Camp über eine pauschale Stigmatisierung und Kriminalisierung zu diskreditieren, Stimmungsmache zu betreiben und so eine Legitimation für dessen Beseitigung zu schaffen. So wurde uns beispielsweise heute aus umliegenden gastronomischen Einrichtungen berichtet, dass dort Kurt Wansner (CDU) Visitenkarten verteilt, mit dem Hinweis, Unterstützer_innenlisten gegen das Camp zu initiieren. Wansner fiel in der Vergangenheit schon mehrfach durch rassistische Äußerungen auf. Allen, die den rassistischen Messerangriff auf einen Refugee und die daraufhin von der Polizei provozierte Eskalation aus politischen und rassistischen Motivationen für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen, erteilen wir hiermit eine Absage!

Wir, die protestierenden Refugees, werden uns weder vertreiben noch gegen andere Bevölkerungsteile, die selbst auch Betroffene von Diskriminierung und Ausgrenzung sind, aufhetzen lassen.

Wir danken den vielen Menschen aus den verschiedensten Kontexten, die uns und unsere Forderungen seit Beginn unserer Proteste unterstützen. Insbesondere bedanken wir uns für die bereits erfahrene, breite Solidarität nach der rassistischen Messerattacke sowie der darauf folgenden Kriminalisierungsoffensive einiger Vertreter_innen aus Medien, Politik und Gesellschaft.

Wir laden alle Anwohner_innen und Interessierte zu uns ein: Gemeinsam die Bedeutung des Protestes am Oranienplatz zu diskutieren, uns auszutauschen und Vorurteilen entgegenzutreten.

Gemeinsam sind wir stark! Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft ohne Rassismus, soziale Ausgrenzung und Diskriminierungen! Das Problem heißt Rassismus!

Die protestierenden Refugees laden ein:

Kunstfestival der Flüchtenden 22. – 29.06.2013 Im refugee protest camp am Oranienplatz

Präsentiert von ARTS VAGABONDS REZO AFRIK BENIN und Die Initiative ARTS VAGABONDS DEUTSCHLAND

Eure protestierenden Refugees.


News

berlin news / News

Romnja Power Month 2019

Liebe Freund*innen, Schwestern* und Interessierte*! Das Programm zum Romnja* Power Month 2019 ist da! Dieses Jahr findet dieser Veranstaltungsmonat das vierte Mal in Berlin und das erste Mal bundesweit statt! Freuen Sie sich/ ihr euch wieder auf eine Bandbreite von Veranstaltungen, die die künstlerischen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und weitere Beiträge von Rom*nja und Sinti*zzi hervorheben! Hier… Read more »

Romnja Power Month 2019
International Women's Space / News

WE EXIST, WE ARE HERE – BOOK LAUNCH | UNS GIBT ES, WIR SIND HIER – BUCHVORSTELLUNG

Der International Women Space lädt euch ein, die Veröffentlichung unseres zweiten Buches UNS GIBT ES, WIR SIND HIER mit uns zu feiern. Das Buch dokumentiert die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen und Migrantinnen in Deutschland. Zusammen mit euch möchten wir uns über die Geschichten und Erfahrungen aus dem Buch und darüber hinaus austauschen. Und wir wollen… Read more »

we exist we are here
berlin news / News

Konferenz: Die Sahara – eine neue tödliche Außengrenze der EU? Externalisierung der Grenzen

Wann: 24.11.2018 – 10:00 Uhr Wo: Aquarium (neben Südblock) Skalitzer Str. 6 10999 Berlin English see below Die südliche Grenze der Europäischen Union bildet nicht mehr das Mittelmeer, sondern wurde mit Hilfe von Überwachungstechnik, Grenzzäunen und militärischen Checkpoints “externalisiert”, das heißt nach Nordafrika verlagert. Die neue südliche EU Außengrenze liegt in Libyen, Niger, Senegal, Algerien… Read more »

Featured

Daily Resistance Newspaper / News

Daily Resistance Monthly Editorial Meeting continues on July, 9

On July 9, 2018, the current editorial team of >Daily Resistance< will continue its new monthly meeting. It is the third in a series of social and working get-togethers that tries to bring together people who want to share their ideas about the newspaper, who want to contribute and who want to work on upcoming… Read more »

berlin news / Demo / News / oplatz / School / Support/Solidarity

Kundgebung & Demo zur Räumung der Ohlauer/GHS, 11.01.2018, 7:45

Räumung der GHS am 11.01.2018 – Solidarität mit den Bewohner_innen. Eviction of GHS, 11.01.2018 – Call for solidarity Die Chronologie der GHS auf Deutsch und Englisch Pressestatement der Nachbarschaftsinitiative Ohlauer Straße (NIO), 19.7.2017: Wir kennen die beteiligten Menschen, wir respektieren die Umstände, wir erinnern die Absprachen Solidaritätsaufruf Andere Zustände ermöglichen (*aze) ____ DEUTSCH (English, French,… Read more »

Demo Ohlauerstr.
News / oplatz / Statements / Support/Solidarity

Aufruf zu Solidarität mit den Bewohner*innen der Gerhart-Hauptmann-Schule

  Englisch/Französisch below Bewegungsfreiheit statt Staatsgewalt! Aufruf zu Solidarität mit den Bewohner*innen der Gerhart-Hauptmann-Schule Am 11. Januar soll die Gerhart-Hauptmann-Schule geräumt werden. Es ist zwar in den letzten drei Jahren etwas ruhiger um die Ohlauerstraße geworden, aber die Relevanz der Kämpfe dieser Gruppe ist nach wie vor groß. Lange vor der ‘Willkommenskultur’ zeigte der March… Read more »

Gerhard Hauptman Schule

Recent

berlin news / News

Romnja Power Month 2019

Liebe Freund*innen, Schwestern* und Interessierte*! Das Programm zum Romnja* Power Month 2019 ist da! Dieses Jahr findet dieser Veranstaltungsmonat das vierte Mal in Berlin und das erste Mal bundesweit statt! Freuen Sie sich/ ihr euch wieder auf eine Bandbreite von Veranstaltungen, die die künstlerischen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und weitere Beiträge von Rom*nja und Sinti*zzi hervorheben! Hier… Read more »

Romnja Power Month 2019
Familienleben für alle / german wide movement

Together for family reunification and fundamental rights!

Gemeinsam für Familiennachzug und Grundrechte! سويا. لم الشمل والحقوق الأساسية! Together for family reunification and fundamental rights! همه باهم برایِ حقِ پیوستنِ اعضایِ خانواده و حقوقِ بنیادین! Ensemble pour la réunification familiale et les droits fondamentaux! ВМЕСТЕ ЗА ВОССОЕДИНЕНИЕ СЕМЕЙ И ОСНОВЫ ПРАВА Demo in Berlin: 2 February 2019, 13:00, S-Bahnhof Friedrichstr. Other actions: Termine… Read more »

berlin news

Passkontrolle! – Leben ohne Papiere in Geschichte und Gegenwart. Ein kollaboratives Forschungs- und Ausstellungsprojekt

Projektlaufzeit: 01.04.2017 bis 31.03.2019 Projektleitung: Prof. Dr. Iman Attia (ASH Berlin) Prof. Dr. Susan Kamel (HTW Berlin) Projektpartner: Jüdisches Museum Berlin Verband für interkulturelle Arbeit – VIA-Regionalverband Berlin/Brandenburg e.V. / RomaniPhen Archiv FHXB-Museum Fachliche Unterstützung: IniRromnja Jugendliche ohne Grenzen International Women Space Dokumente: ifaf_passkontrolle_expose.pdf1.0 ifaf_passkontrolle_poster.pdf3.3 M   In Zusammenarbeit mit Jugendliche ohne Grenzen, dem Jüdischen Museum Berlin, dem… Read more »

Leben ohne Papiere in Geschichte und Gegenwart. Ein kollaboratives Forschungs- und Ausstellungsprojekt
berlin news

Koko Lepo: autonomy, solidarity, and equality in Belgrade, Serbia 15.01.2019, 17 Uhr, Kalabal!k

Koko Lepo is an autonomous collective in Belgrade, Serbia that has experimented with numerous practices of youth solidarity and alternative education practices with the children and young teens of the informal urban settlement “Deponija”. The speaker will present their first-hand experience with the history, struggles, and developments of the project: from its origins as an… Read more »

International Women's Space / News

WE EXIST, WE ARE HERE – BOOK LAUNCH | UNS GIBT ES, WIR SIND HIER – BUCHVORSTELLUNG

Der International Women Space lädt euch ein, die Veröffentlichung unseres zweiten Buches UNS GIBT ES, WIR SIND HIER mit uns zu feiern. Das Buch dokumentiert die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen und Migrantinnen in Deutschland. Zusammen mit euch möchten wir uns über die Geschichten und Erfahrungen aus dem Buch und darüber hinaus austauschen. Und wir wollen… Read more »

we exist we are here
berlin news / News

Konferenz: Die Sahara – eine neue tödliche Außengrenze der EU? Externalisierung der Grenzen

Wann: 24.11.2018 – 10:00 Uhr Wo: Aquarium (neben Südblock) Skalitzer Str. 6 10999 Berlin English see below Die südliche Grenze der Europäischen Union bildet nicht mehr das Mittelmeer, sondern wurde mit Hilfe von Überwachungstechnik, Grenzzäunen und militärischen Checkpoints “externalisiert”, das heißt nach Nordafrika verlagert. Die neue südliche EU Außengrenze liegt in Libyen, Niger, Senegal, Algerien… Read more »