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News

Selbstmord / Suicide, Lager Haldensleben, 18/08/2014

— English translation below — Version originale francophone à la suite —

Badra Ali Diarra zum Selbstmord seines Freundes A. M. im Lager von Haldensleben am 18. August 2014

“Gestern morgen ist mein Freund A. M. mit einem Seil um den Hals von der Terrasse seines Gebäudes im Lager von Haldensleben gesprungen.

Ich glaube, dass der Druck der deutschen Regierung Schuld daran ist: Du darfst nicht raus, Du bist wie ein Gefangener. Und die Mehrheit der Menschen, die in dem Lager arbeiten, sind richtige Rassisten. Darunter leiden wir sehr.

Seit zwei Jahren sind A. und ich hier, aber wir haben keine Rechte. Wir haben uns im Lager von Halberstadt kennengelernt. Dann wurden wir zusammen nach Harbke verlagert. Das Lager in Harbke befindet sich mitten im Wald, 4 Km von Helmstett entfernt, und es fahren nur zwei Busse am Tag. In Harbke ist jemand gestorben, weil nicht für seine Gesundheit gesorgt wurde: Er war an einem Samstag krank. Wir haben die Menschen vom Sozial benachrichtigt. Aber sie haben uns gesagt, bis Montag zu warten. Am Sonntag Abend ist unser Freund gestorben. Und das ist nicht alles! In der darauffolgenden Woche wurde jemand in seinem Bett vom Strom verbrannt. Zum Glück konnte er gerettet werden. Dann habe ich beschlossen, dass nicht länger im Lager leben kann. Ich bin nach Berlin zum Oranienplatz gegangen. Als ich bereits am Oranienplatz lebte wurden wir von Harbke nach Haldensleben verlagert.

A. habe ich zum letzten Mal am 30. Juli gesehen, als ich nach Haldensleben ins Lager zurückgefahren bin, um meinen Abschiebebrief zu holen. Das war an dem Tag, an dem ich in den Abschiebeknast von Berlin-Köpenick inhaftiert wurde. Als ich an diesem Tag A. gesehen habe, war er nicht mehr krank. Es ging ihm gut, er hat sogar für mich gekocht. Ich habe kein psychologisches Problem bei ihm gespürt. Aber gestern hat er sich umgebracht. In Magdeburg mögen es die Menschen wenn ein Geflüchteter sich umbringt. Es gibt hier Nazis in der Bevölkerung.

Das wird nicht enden, solange Ausländer und deutsche Bürger nicht die gleichen Rechte haben. Wir werden über Menschenrechte aufgeklärt! Aber hier gibt es gar keine Menschenrechte! Sie sagen, dass die Afrikaner vom Oranienplatz eine Bombe sind! Weil wir eine andere Hautfarbe haben, denken sie, dass wir nicht intelligent sind! Das ist Ignoranz, denn alle Menschen sind gleich. Wenn über Menschenrechte geredet wird, müssen diese auch erfüllt werden!

Ein Mensch bringt sich um und ihr sagt, dass ihr nicht verantwortlich dafür seid! Sogar Tiere lasst ihr nicht so sterben! Sogar um einen Hund oder um eine Katze würdet ihr euch mehr kümmern!

Ich fordere von der deutschen Regierung, alle Lager zu schließen, alle Abschiebungen zu stoppen und Ausländern die gleichen Rechte zu geben! Ich fordere auch, dass Amdis Körper zu seiner Familie geschickt wird! Stop killing refugees!”

Badra Ali Diarra, Oranienplatz Berlin, 19. August 2014

Testimony by Badra Ali Diarra following the suicide of his comrade A. M. in the internment camp (Lager) of Haldensleben, Germany,18 August 2014

“Yesterday morning my friend A. M. jumped from the terrace of his building with a rope around his neck in the Lager of Haldensleben.

I think it was because of the German government’s pressure: You have no right to go out, you are like a prisoner. And most people who work in the Lagers are real racists. This worsens our sadness.

A. and I were here for two years, but we had no rights at all. We met in the Lager of Haberstadt. Then they transferred us both to Harbke. The Lager in Harbke was in the middle of the forest, 4 km from the city of Helmstedt, and there were only two buses per day. In Harbke, someone died because nobody took care of his health.One Saturday he was sick. So we informed the people of the social office. But they told us to wait till Monday. Sunday evening, our comrade died. And that’s not all. The following week, someone was burned by electricity in his bed. Luckily he was saved. That’s when I decided I can no longer live in the Lager. I left for Oranienplatz in Berlin. Later, when I was at Oranienplatz, they transferred us from Harbke to the Lager in Haldensleben.

The last time I saw A. was July 30, when I returned to Haldensleben to pick up my deportation letter. That’s the day I was put in the deportation prison in Berlin-Köpenick. That day when I saw A., he was no longer sick. He was doing OK, he even offered me to eat. I did not feel he had any psychological problems. But yesterday, he killed himself. In Magdeburg, the people like when a refugee commits suicide. There are nazis in the population.

This will not stop until foreigners and German citizens have the same rights. They tell us about human rights! There are no human rights here! They say we, the Africans from Oranienplatz, are a bomb! Because our skin color is different they think we are not intelligent! This is ignorance; all human beings are equal. When they talk about human rights, they have to be realized.

A human kills himself and you say you are not responsible! Even animals you don’t let die like that! Even a dog or a cat you take care of!


I demand that the German government close the Lagers, stop deportations and give equal rights to foreigners! I also demand that A.’s body be returned to his family! Stop killing refugees!”

Badra Ali Diarra, Oranienplatz Berlin, 19 August 2014

Témoignage de Badra Ali Diarra suite au suicide de son camarade A. M. dans le Lager de Haldensleben le 18 août 2014

“Hier matin, mon ami A. M. a sauté avec une corde autour du cou de la terrasse de son bâtiment dans le Lager de Haldensleben.

Je pense que c’était à cause de la pression du gouvernement allemand: Tu n’as pas le droit de sortir, tu es comme un prisonnier. Et la majorité des gens qui travaillent dans le Lager sont de vrais racistes. Ça aggrave notre tristesse.

Cela fait deux ans que A. et moi sommes ici, mais nous n’avons aucun droit. On s’est connu dans le Lager de Halberstadt. Puis, on a été transféré ensemble à Harbke. Le Lager de Harbke se trouve au milieu de la forêt, à 4 km de la ville Helmstett, et il y a seulement deux bus par jour. À Harbke, quelqu’un est mort parce que on ne s’est pas occupé de sa santé: Il était malade un samedi. Alors on a informé les gens du Sozial. Mais ils nous ont réüpondu d’attendre le lundi. Et notre camarade est mort le dimanche soir. Et ce n’est pas tout! La semaine suivante, quelqu’un a été brûlé par l’électricité dans son lit. Heureusement, il a été sauvé. C’est là que j’ai décidé que je ne peux plus vivre dans le Lager. Je suis parti au Oranienplatz à Berlin. Ensuite, quand j’étais au Oranienplatz, nous avons été transférés de Harbke au Lager de Haldensleben.

La dernière fois que j’ai vu A., c’était le 30 juillet, quand je suis retourné au Lager à Haldensleben pour aller chercher ma lettre de déportation. C’était le jour où je me suis fait mettre en prison de déportation à Berlin-Köpenick. Ce jour-là, quand j’ai vu A., il n’était plus malade. Il allait bien, il m’a même offert à manger. Je n’ai pas senti de problème psychologique chez lui. Mais hier, il s’est tué. À Magdeburg, les gens aiment quand un réfugié se tue. Il y a des Nazis dans la population.

Cela ne finira pas tant que les étrangers et les citoyens allemands n’auront pas le mêmes droits. Ils nous parlent des droits de l’homme! Or, ici, il n’y a pas les droits de l’homme!

Ils disent que nous les Africains du Oranienplatz nous sommes une bombe! Parce que notre couleur de peau est différente, ils pensent que nous ne sommes pas intelligents! C’est de l’ignorance, tous les êtres humains sont égaux. Si on parle des droits de l’homme, ils doivent être réalisés.

Un être humain se tue et vous dites que vous n’êtes pas responsables! Même les animaux, vous ne les laissez pas mourir comme ça! Même un chien ou un chat, vous vous en occupez!

Je demande au gouvernement allemand de fermer les Lagers, d’arrêter les déportations  et de donner l’égalité aux étrangers! Je demande aussi que le corps de A. soit envoyé à sa famille! Stop killing refugees!”

Badra Ali Diarra, Oranienplatz Berlin, 19 août 2014


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