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Jugendamt bedroht die Familien im Görlitzer Park

Vor ein paar Tagen verteilten Mitarbeiter_innen des Jugendamts an Roma Familien im Görlitzer Park – die wegen der Räumung der Ohlauer Schule und der Verweigerung von Wohnraum gezwungen sind, auf der Straße zu leben – Schreiben, in denen sie drohen, ihnen die Kinder wegzunehmen.

In sarkastischer Weise zählen sie die Probleme auf, mit denen obdachlose Menschen konfrontiert sind: „Die Gefahr besteht darin, dass es keine Toiletten und kein fließendes Wasser für die Hygiene gibt. Sie können sich und ihre Kinder nicht vor den Einflüssen des Wetters schützen. Sie sind den Aggressionen anderer Menschen ausgesetzt. Im Park gibt es Ratten und andere Tiere, vor denen Sie und ihre Kinder nicht geschützt sind.“ Das Schreiben endet mit „Wir wissen, dass sie für sich und ihre Kinder dringend eine Wohnung brauchen. Aber wir können keine Wohnung für sie beschaffen.“

Anstatt die Familien mit ihren Kindern in dieser dramatischen Lage zu unterstützen, entspricht es der Logik des deutschen Hilfesystems, die Kinder aus den Familien zu nehmen. Dass solche Behandlung Traumatisierungen der Kinder mit sich bringt und ihre Situation ohne Perspektive auf ein sicheres und gutes Leben bleibt, spielt in dieser Logik keine Rolle.

Für die Bewegung rund um den Oranienplatz ist folgendes Argument nicht wichtig, da Solidarität eine Frage von menschenliebender Moral ist. Aber die deutsche Gesellschaft sollte sich des deutschen Massenmords an Sinti und Roma immer bewusst sein und VERANTWORTUNG übernehmen, anstatt das Gewissen mit Denkmälern reinzuwaschen! Roma und Sinti werden seit Jahrhunderten diskriminiert, kriminalisiert, verfolgt, ermordet. Zudem haben sie in den Ländern Süd-Ost-Europas oft keine Möglichkeit ihr Leben und das ihrer Kinder zu sichern und kommen deswegen unter anderem nach Deutschland.

Die Gesetzesänderung am 19.9. zur Einstufung weiterer Länder als „sichere“ Herkunftsländer, das Einknicken der Grünen (wir vom Oranienplatz erwarten natürlich nichts mehr von dieser Partei) sind eine Schande und zugleich ein weiterer, sehr effektiver Schritt zur gänzlichen Abschaffung des Asylrechts und der Endsolidarisierung der Gesellschaft zum Schutz des eigenen Wohlstands.

Die Räumung der Cuvrybrache hat zahlreiche weitere Familien und ihre Kinder, ehemalige Bewohner_innen der Ohlauer-Schule, Migrant_innen und andere Menschen ohne Zugang zum Sozialsystem obdachlos gemacht. Räumung und daraus resultierende Obdachlosigkeit scheinen als Mittel zur Verdrängung und „Lösung“ sozialer Konflikte in Mode gekommen zu sein.

Die Lage spitzt sich zu und wir müssen uns fragen, ob wir in einer solchen Gesellschaft leben wollen und wenn nicht, wie wir sie wirkungsvoll verändern können. Demonstrationen werden wohl nicht ausreichen…

One Solution – Revolution 😉
Solidarität mit allen Kindern und Erwachsenen, die gezwungen sind, in Obdachlosigkeit zu leben!
WOHNUNGEN FÜR ALLE!!!


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