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Erklärung von Radmila Anić zu ihrer Bedrohung in Serbien

radmila

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Im Jahr 2013 wurde ich von vier Männern aus meinem Haus vertrieben, weil sie Geld von mir gefordert haben, das ich nicht hatte. Sie haben mir Gewalt angedroht, wenn ich ihre Forderungen nicht erfülle. Einer davon war Polizeiinspektor in Novi Sad. Mehrfach sind sie zu mir gekommen, um Geld zu verlangen. Mehrfach habe ich ihnen mal 500 Euro, mal 1000 Euro gegeben. Es handelte sich dabei um Ersparnisse. Beim letzten Erpressungsversuch konnte ich die Forderung nicht mehr erfüllen, da mein Geld aufgebraucht war. Ich hatte so viel Angst vor diesen bewaffneten Männern, dass ich mein Haus verlassen musste.

Mit einer Textilfirma konnte ich Romnja (Romnja ist eine Selbstbezeichnung von Romafrauen.) helfen, die keine Arbeit fanden, in dem sie sich als genehmigte Straßenverkäuferinnen selbständig machen konnten (Bild 1). Auch in meine Firma sind diese Männer gekommen und haben mich erpresst. Die Firma musste ich somit auch auflösen und schließen, als meine Ersparnisse aufgebraucht waren. Die Nähmaschinen waren Mietgeräte, die ich zurückgegeben habe. Wie bereits in meiner Klagebegründung gegen die Ablehnung meines Asylantrages in Deutschland dargestellt, haben weder ich noch andere Romnja und Roma die Möglichkeit, Schutz durch die Polizei in Anspruch zu nehmen. Polizeibeamte und -beamtinnen nehmen Anzeigen von Romnja und Roma nicht auf. Die Klage wurde vom Gericht in Gera abgelehnt, obwohl ich alle Angaben schriftlich einreichte.

Ich habe bei der Organisation für Romnja „Majćina Kolevka“, auf deutsch: „Kinderwiege“, in Novi Sad, Serbien gearbeitet. Ich war Präsidentin dieser nichtstaatlichen Organisation (Bild 2). Wir haben alleinstehende Romnja und Mütter unterstützt beim Aufsuchen von Behörden, Stellen von Sozialhilfeanträgen, sowie die Versorgung mit Lebensmitteln organisiert (Bild 3 und 4). Deshalb war ich in einer herausgehobenen Position und somit Außenstehenden bekannt. Meine Angaben wurden in der Anhörung zum Asylantrag in Deutschland falsch niedergeschrieben. In dieser Organisation wurden keine Romnja beschäftigt, um Tischdekoration zu nähen. Romnja habe ich in meiner Firma beschäftigt, wo wir Tischdekoration hergestellt und verkauft haben.

In Serbien habe ich keine Familie mehr außer meiner Schwester. Diese wurde in die Rolle einer Zuhälterin von fünf Frauen, unter strenger Führung des Polizeiinspektors in Novi Sad, ins Prostitutionsgeschäft gezwungen. Ihr wurde Gewalt von ihm angedroht, wenn sie bei Polizeimaßnahmen etwas über ihn aussagen würde. Sie verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen Zuhälterei von fünf Jahren im Gefängnis in Požarevace, Serbien. Wenn ich nach Serbien zurückkehren muss, ist meine gesamte Existenz zerstört. Die Männer werden ihre Erpressung fortsetzen und ich fürchte dann wie meine Schwester auch ins Prostitutionsgeschäft gezwungen zu werden.

Der Polizeiinspektor kam im April 2014 mit drei weiteren Männern in die Räume der Organisation „Majćina Kolevka“, und verlangte ca. 1.250 Euro. Dieses Geld war ein Teil der Fördergelder, die unsere Organisation erhielt und in unserem Büro hinterlegt waren (Bild 5). Sie verlangten dieses Geld von mir und sagten, dass es hier „keine Arbeit [mehr] für Zigeuner“ gibt. Daraufhin zerschlugen sie Einrichtungsgegenstände und rissen alles von den Wänden. Daraufhin bin ich aus Serbien geflohen, da ich alles verloren hatte und in Serbin nicht mehr sicher war. Die Männer wollten Geld in großer Menge und beendeten ihre Forderungen und Drohungen nicht. Nur meine Flucht nach Deutschland hat die Gelderpressung gegen mich beendet.

Ich leide unter starkem Bluthochdruck und hatte vor zwei Jahren bereits einen Herzinfarkt. Deshalb bin ich auf Medikamente und medizinische Behandlung angewiesen. Zwar könnte ich in Serbien eine Krankenversicherung durch das Sozialamt beantragen, aber die Zuzahlungen für Medikamente und medizinische Behandlung kann ich mir nicht leisten. Allein für Medikamente zu meinem Herzleiden habe ich ca. 100 Euro pro Monat zu zahlen. Eine Ärtzin sagte, dass Stress um durch eine Abschiebung für mich auch lebensbedrohlich sein kann und ich unbedingt untersucht werden muss. Schon mein Vater und zwei meiner Geschwister sind teilweise sehr jung an Herzproblemen gestorben.

Wenn ich nach Serbien zurückkehren muss, befürchte ich eine Gefängnisstrafe, weil ich in Deutschland Asyl beantragt habe. Deswegen werde ich mich nicht polizeilich melden können, um somit Sozialhilfe in Höhe von 50 Euro zu beantragen. Nachdem ich mein Haus verloren habe, das Büro der Roma-Organisation zerstört wurde und ich meine Firma auflösen musste, werde ich keine Existenzgrundlage haben. Es gibt keine Familienangehörigen, die in Serbien leben, die mich unterstützen könnten, und zum Arbeit finden bin ich zu alt. Die Preise in Serbien sind für lebensnotwendige Dinge, wie Essen fast genau so teuer, wie in Deutschland. Wer das zur Kenntnis nimmt, wird verstehen, dass ich dort keine Chance habe, selbst wenn ich mich vor der Polizei verstecken könnte. Dazu kommt, dass ich um mein Leben fürchte, wenn ich nach Serbien zurückkehren würde. Auch wenn ich in eine andere Stadt ziehen würde, könnten diese Männer mich finden und mich wieder bedrohen oder mir etwas antun. Da diese Männer selbst bei der Polizei sind, kann ich keinen Schutz von der Polizei erwarten.

Alle Roma und Romnja müssen in Deutschland bleiben können, denn während des NS haben die Deutschen sehr viele Roma in KZ gefangen gehalten und umgebracht. Mein verstorbener Mann (Bild 6) wurde von Deutschen verschleppt und in KZ’s interniert. Von 1941 bis 1945 hat er vier Jahre Horror überlebt, während Angehörige von den Deutschen ermordet wurden (Bild 7 und 8 ). Als ich 7 Jahre alt war, hat meine Urgroßmutter erzählt, wie sehr viele unserer Verwandten nach Deutschland und in die KZ’s deportiert und umgebracht wurden. Der deutsche Staat muss Verantwortung übernehmen und allen Roma aus den Balkanstaaten einen Aufenthalt gewähren.

Deutschland und andere Staaten haben Serbien und auch meine Heimatstadt Novi Sad drei Monate lang bombardiert. Seitdem bin ich krank und viele Menschen sind getötet worden oder leiden an Folgekrankheiten des Krieges. Auch ist für die Roma in den Balkanstaaten die Situation nach dem Krieg in Jugoslawien viel schlechter geworden. Vorher waren Roma mit anderen Menschen gleichgestellt und es gab wenig Diskriminierung gegenüber Roma. Nach dem Krieg hat sich die Situation für Roma dramatisch verschlechtert und wir sind in allen Lebensbereichen diskriminiert (Bild 9).

Radmilla Anić

Unterstützt von Freund_innen

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Pressekoordination: 017639647472

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berlin news / international woman space / LMNB - Lager Mobilisation Network Berlin

An Email from women at #Niedstr to Frau #Tomaske

On the 27.05, the inhabitants of the Lager at Niedstr 1-2, sent to Frau Tomaske (LAF) the following complain. Until today, they didn’t receive any answer and there are no changes in this unsustainable situation. What is LAF waiting for? (Deutsch unten) Dear Frau Tomaske, In Soziale Initiative Niederlausitz e.v. Notunterkunft Neidstr 1-2 12159 Berlin,… Read more »

berlin news / Demo / international woman space / News / Women

Speech held by IWS in the International Women*s Day Berlin #womanday #weltfrautag

Posted originally by www.wirmachendas.jetzt  Photo: Inga Alice Lauenroth  We women of the world have united, and we shout: International Strike! We see sexist shit all over the world. In Russia, domestic violence has been decriminalised. In many places, girls are forced to marry and bear children. We see a rise in antifeminism here and everywhere…. Read more »

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Video: Emergency shelter in Wiesenstraße throws out Syrian refugee woman at night

Klick HERE for the Press Release which was published few days ago. Watch the video: https://vimeo.com/154353396 International Women Space got to know Viviana when she was still living the emergency shelter (Lager) at the Wiesenstraße, in Wedding, Berlin. On te 29th of January we went to the Notunterkunft to have a coffee with Viviana and… Read more »

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Wegweisendes Urteil gegen den Einsatz für das Grundrecht auf Asyl – Haftstrafen für vier DemonstrationsteilnehmerInnen des March for Freedom

English Einladung zur Pressekonferenz, Montag 22.05.17, 11:00, Waldemarstr. 46 10999 Berlin   3 Jahre nach dem international organisierten March for Freedom wurden vier TeilnehmerInnen einer friedlichen Demonstration in Luxembourg-Stadt zu hohen Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt. Der Verlauf des Prozesses und das Gerichtsurteil erscheinen bei nüchterner Betrachtung äußerst willkürlich und keinen rechtsstaatlichen Maßstäben entsprechend. Der March… Read more »

Daily Resistance Newspaper

Distribute the latest edition of Daily Resistance newspaper: Non-citizen Rise Up in Bavaria

Non-citizen Rise Up in Bavaria Dear people of the world, we have published the new issue of the newspaper “Daily Resistance”, and now it’s the time to bring the paper to the hands of people living in the lagers, by you! This issue comes “separately” in 7 languages This issue of Daily Resistance has a… Read more »

Daily Resistance Refugee Protest 2016 Bavaria
News

Information-Comic “Stop Deportation” is out now!

The stop deportation info comic is finished, translated, and ready to spread. You can find it in Arabic, English, Farsi, French, German, Romanes, Serbo-Croatian, Spanish and Turkish here: http://oplatz.net/stop-deportation The comic contains useful and important information for people under threat of deportation, but also for people supporting them. Spread it and share the link in your… Read more »

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below: English, deutsch, kurmanji, فارسی, Türkçe, سۆرانی, polska, Español, Français, Italiano, Rusyn, português, TIẾNG VIỆT , عربى, zazaki ***Continue fighting the feminicide*** through women’s self organization and women’s self defence 25th of November, the international day against violence against women, is the expression of resistance of women around the world! Whether it is in Kurdistan… Read more »

African Refugee Union / African Refugee Union / African youth community / Chad / Chad Youth in Germany / cispm / corasol / Demo / the-voice-jenna

DEMONSTRATION FÜR EIN ENDE DER VERSKLAVUNG, FOLTER, VERGEWALTIGUNGEN UND ERMORDUNGEN VON SCHWARZEN MENSCHEN IN LIBYEN Samstag, 25. November, 13:00-15:00 Uhr

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Bericht von der Demo Gegen G20 am 10. Juni in Berlin

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