Tag: International Roma Day

Demo am 8. april 2017 International Roma day 14 Uhr – Take back the future!

BERLIN

14:00 Uhr
Start: Paul-Löbe-Haus (Zwischen Bundestag und Bundeskanzleramt U-Bhf Bundestag)

15:00 Uhr
Kundgebung am Brandenburger Tor Pariser Platz, 10117 Berlin

Zur Demo ruft das Berliner Bündnis 8.April auf: Bundesromaverband, IniRromnja, Rroma Informations Centrum e.V. , Amaro Forro e.V., VVN-BdA, Bündnis für Bedingungsloses Bleiberecht und Bündnis gegen Rassismus.

infos auf bundesromaverband.de

Take back the future! Internationalen Tag der Rom*nja 8. april 2017

 

Unser wunderschönes Wandbild hängt seit heute in Berlin-#Kreuzberg! Am 8. April geht’s auf die Straße zum Internationalen Tag der Rom*nja

Check out: RomaniPhen // alle bleiben! // Bundes Roma Verband // Roma Art Action // Take back the future 8. april 2017

#allebleiben #romnjapower #8april #TakeBackTheFuture #BleiberechtFuerAlle #romnjapowermonth2017

Und nicht vergessen: Berlin Abschiebefrei – Grenzenlos Solidarisch am 18. März!

Internationaler Tag der Rom*nja

Romnja Power Month 2017Liebe Leute!
Dieses tolle, riesige Wandplakat wird die Demo zum Internationalen Tag der Rom*nja, 8. April, an einer Häuserwand in Berlin-Kreuzberg hängend bewerben! Möchtest du beim Ausmalen (unter professioneller Anleitung) mithelfen? Dann komm diesen Freitag oder Samstag ins RomaniPhen Archiv! Anmeldung unter: Plakatmalen@web.de
Sa 11. und So 12. März jeweils von 11 – 18 h. Wer mag, kann zb für 1 oder 2 Stunden mithelfen
Wir freuen uns!
Danke an das Bündnis gegen Rassismus für diese tolle Aktion!
#RomnjaPowerMonth #MalenNachZahlenWarGesternKommZuRomaniPhen

Romnja Power Month 2017 Programm

Take back the future 8. april 2017 International Roma Day

International Roma Day 8. April 2017

Samstag, 8. April 14:00 – 17:00
paul-löbe-haus bundestag (bundestag und bundeskanZleramt) u-bhf.bundestag

Wird man uns je fragen, was wir wollen, oder müssen wir immer fragen was wir dürfen? Fatima Hartmann

Während manche planen können, wie ihre Leben verlaufen sollen und darüber nachdenken dürfen, welchen Beruf sie wählen, wo und wie sie leben möchten, können andere nur hoffen, eines Tages diese Freiheiten zu haben. 

Für genau diese Hoffnung kämpfen diese meist in unwürdiger Unterbringung einen bürokratischen Kleinkrieg. Kettenduldungen oder kalte, überfüllte, provisorische Zelte als Wohnorte, unfaire verkürzte juristische Prozesse, gezielte Desintegration und un die tagtägliche Angst vor nächtlicher Abholung zur Abschiebung sind bundesdeutsche Realität.

Nach Zahlen des Flüchtlingsrates wurden im ersten Halbjahr 2016 dreizehntausend-sieben-hundert-drei-undvierzig Menschen abgeschoben, davon fünftausend-s-ieben-hundertsechsundsiebzig in angeblich »sichere Herkunfts-staaten«. Dreizehntausendsieben-hundert-drei-und-vierzig, das sind nicht numerisch, sondern menschlich gesehen eins + eins + eins + eins + eins .. und so weiter. Menschen, unterschiedlich in Alter und Geschichte. Gleich in der Hoffnung, dem Zustand der Rechtlosigkeit zu entfliehen. Von einem Tag zum nächsten leeren sich Schul-bänke, Kolleg*innen und Nachbar*innen sind nicht mehr aufzufinden. Menschen, die sich nicht »freiwillig« in die angeblich »sicheren« Herkunftsstaaten des West-balkans abschieben lassen, werden mit einem mehrjährigen Einreiseverbot belegt: Familien, deren Kinder hier-zulande geboren sind, die niemals etwas anderes sahen als dieses Land, werden in den Kosovo, nach Mazedonien, nach Serbien oder nach Bosnien und Herzegowina verbracht.

Dabei ist der Begriff des »Wirt-schafts-flüchtling« nur ein rheto-risches Mittel, um ihre Verfolgung und damit reale Fluchtgründe zu ignorieren, schlimmer noch: sie zu verun-glimpfen. Das Recht auf Asyl sollte ideen-geschichtlich Menschen-leben schützen, aber heute bewertet und hierarchisiert es Leid.

Berichte der Bewohnenden belegen die Verletzung der Menschen-würde und -rechte in den Lagern in Deutsch-land. Auch Studien weisen die fort-gesetzten Verletzungen von Menschen- und Kinder-rechten nach. Ebenso sind die unwürdigen Situationen in den Herkunfts-staaten nachgewiesen. Dort, wo es angeblich sicher sein soll, ist zumindest für Minderheitenangehörige wie zum Beispiel Rom*nja die Situation abso-lut lebensgefährlich. Auch mittel-losen Angehörigen der Bevöl-ke-rungsmehrheiten fällt das Überleben schwerer, politisch Aktive oder von Gewalt bedrohte Frauen und Kinder oder nicht normativen Konzepten Folgende oder oder… finden viel weniger Zufluchten, als hier. »Sicher« ist daher nur, dass wir die Sicher-heits-vorstellungen der Bundes-regierung nicht hinnehmen können.

Mit den Bestrebungen, ebenfalls Gebiete in Afghanistan und dem Irak als »sicher« einzustufen, sind auch 2017 viele Ab-schiebungen und verkürzte Asyl-ver-fahren zu erwarten. Auch andere Länder werden folgen und ebenfalls auf der Liste der »sicheren Herkunftsstaaten« landen. Der Begriff ist ein migrationspolitisches Instrument, das die Wirklichkeit auf den Kopf stellt, um die Flüchtenden pauschal abzuweisen. Folgen sollen zum Beispiel Tunesien, Marokko und Algerien. Mit zahlreichen Staaten wird über sogenannte Rücknahmeabkommen verhandelt, unter eindeutigen Drohungen, im Verweigerungsfall die Entwicklungshilfe zu kürzen und Wirtschaftsbeziehungen zu beenden. Diese [neo]kolonialen Verhältnisse kritisieren wir scharf. Nicht die Menschen sind die Probleme, die beseitigt werden müssen, es sind die Fluchtursachen. Die allermeisten Menschen kommen nicht freiwillig, sondern weil ihre Lebensgrundlagen zerstört werden. Der Deal mit der Türkei und die Abschottung Europas an den Außengrenzen forderten 2016 mehr Menschenleben als zuvor, und auch in 2017 wird diese humanitäre Katastrophe weiterbetrieben.

Seit dem ersten internationalen Tag der Rom*nja 1971 erhebt sich der Widerstand gegen Angriffe auf romani Leben und Identitäten und der Internationale Tag der Rom*nja wird gefeiert. Auch in diesem Jahr nehmen wir diesen Tag zum Anlaß, um für eine selbstbestimmte, menschenwürdige Zukunft zu streiten. In Solidarität mit allen Geflüchteten* fordern wir: Take Back the Future!

 

April 8, 2017 International Roma Day: Take back the future

Will they ever ask us what we want, or do we always have to ask what are we allowed to?

Fatima Hartmann

April 8, 2016 — Berlin 2 p.m.

Paul Lobe House Bundestag ( between the Bundestag and the Bunsdeskanzleramt)

more information at www.bundesromaverband.de

Many people plan what they want to do with their lives. They think about what job or profession they want to pursue, and where they want to live. Others just dream that they will someday have the freedom to make such choices.

Many people have to fight a lonesome struggle, living under inhuman conditions, and struggle to get through the bureaucratic red tape. Year after year they receive only the status of “toleration” (Duldung); forced to live in cold, overfilled, temporary tents. They face unfair, cut short legal proceedings, and deliberate segregation. They live from day to day in fear of being picked up in the middle of the night and deported. That is reality in the Federal Republic of Germany today.

According to the Flüchtlingsrat (Refugee Council) , there were thirteen thousand seven hundred forty-three people deported in the first half of 2016. Five thousand seven hundred seventy-six of them were sent to supposed “safe countries of origin”. Thirteen thousand seven hundred forty-three! That is not just a number. If one looks at that humanly, it is: one + one + one + one + one . . . and so on, and so forth. 13,053 Human beings, of all ages and personal histories, all fighting in hope to escape the situation where they have no rights. From one day to the next the school benches are emptied. Co-workers and neighbors are nowhere to be found. People, who did not “voluntarily” choose deportation to the supposedly “safe” lands of origin in the West Balkans, are banned from re-entry for many years. Families with children who were born here in Germany and never saw another country, are sent to Kosovo, Macedonia, Serbia or Bosnia and Herzegovina.

The term “economic refugee” is just a rhetorical means to ignore the persecution, and the real reason they fled those countries; or worse, to vilify them. The right to asylum, historically, is supposed to protect human lives, but today applicants for refugee status are divided into categories, a hierarchy of pain and misery.

Reports from refugees prove the violations of human dignity and human rights rampant in the refugee camps in Germany. There are also studies which prove the continued violations of human rights including children’s rights. The inhuman situation in the countries of origin has also been proven. In those countries, where it is supposed to be safe, the situation is really life threatening, especially for minorities such as Rom*nja. Even impoverished members of the majority nationality have a hard time surviving, people who are politically active, or women and children threatened by physical violence or those who have unpopular ideas or, or, or… have a much harder time finding a place of refuge. One thing is “for sure” we cannot accept the German government’s idea of what is “safe”. With the effort to classify, even places like Afghanistan and Iraq, as “safe” we can expect lots of deportations and revolving door court procedures for refugees. Many other countries are likely to be added to the list of “safe countries of origin”. The very term “safe country of origin” is a tool that turns reality upside-down. The purpose is to facilitate mass deportations. Who is likely to be next? Will it be Tunisia, Morocco or Algeria? There are negotiations going on now with many countries about so called “deportee readmission”. These take place under duress. If these countries refuse to cooperate, there could be cuts in development assistance and an end to trade relations. We sharply criticize these (neo-)colonial relationships. It is not the people who flee who are the problem, it is the reasons for their flight that must be solved. Most people do not flee their homelands voluntarily. They leave because the basis of their lives and livelihoods have been destroyed. The deal with Turkey and closing off Europe at the borders killed more people in 2016 than previously, and this humanitarian catastrophe is being continued in 2017.

The first International Rom*nja Day in was in 1971. It continues to celebrate the resistance against attacks on Romani lives and identity. Also this year, we use this day to fight for self-determination and a humane future. In solidarity with all refugees we demand Take Back the Future!