Tag: Flüchtlingslager

Lager-Repressionen gehen weiter: Ein Brief aus dem MUF-Lager Wittenberger Str. 16

Update 19. März:

Fragen gestellt – Hausverbot erhalten – in die Obdachlosigkeit geschicktÜber die katastrophalen Vorgänge in der ersten Modularen Unterkunft für Geflüchtete: Wittenberger Str. 16, Marzahn

Am 03. März 2017 wurde die Notunterkunft Pankstraße (Wedding) geschlossen. Alle Bewohner*innen mussten in die Wittenberger Str. 16 (Marzahn) umziehen. „12 Personen stellten Fragen, die Antwort war Hausverbot, die Konsequenz: Obdachlosigkeit für mehr als 10 Tage“ so Julius Martin, Pressesprecher der AG Politik von Wedding.hilft.

 

Warum? Hier die Schilderungen der betroffenen Geflüchteten:

Bei Eintreffen in der neuen Unterkunft herrschte Chaos. Schleppend wurden die ankommenden Geflüchteten in Zimmer verteilt. Eine Gruppe von 12 Geflüchteten fragte bei der Heimleitung des Betreibers Volkssolidarität, Frau Nowicki (früher PeWoBe), nach, ob sie die Zweibett-Zimmer jeweils mit ihren Freunden beziehen könnten. Die Heimleiterin wies die Fragenden mit einem aggressiven “Nein“ ab und zog sich in ihr Büro zurück. Alle weiteren Versuche, mit der Heimleitung über eine spätere Lösung ins Gespräch zu kommen, wurden vehement abgewiesen. Um die Fragenden endgültig abzuwehren, teilte Frau Nowicki schließlich mit, ihre Arbeitszeit sei zu Ende. Die Betroffenen müssten jetzt gehen und dürften auch nicht wiederkommen. Ein mündliches Hausverbot wurde erteilt, eine schriftliche Bestätigung wurde ihnen allerdings verwehrt. Die Heimleitung gab später an, sie habe sich bedroht gefühlt, zu tätlicher Gewalt sei es allerdings nicht gekommen.

Die Geflüchteten wurden an einem Freitagnachmittag in die Obdachlosigkeit verbannt ohne Chance auf Vorsprache bei zuständigen Behörden, ohne schriftliche Bestätigung des „Hausverbots“, ohne Handhabe. In den kommenden Tagen versuchten einzelne Betroffene immer wieder, Obdach zu erhalten und in der MUF Marzahn unterzukommen – ohne Erfolg.
Bis zum darauffolgenden Montag sprachen die Betroffenen wiederholt bei den zuständigen Behörden vor, wurden zwischen LAF (im ICC) und dem Bezirksamt im Rathaus Wedding hin und her verwiesen. Niemand fühlte sich zuständig. Eine tagelange Odyssee nahm ihren Lauf (wie auch Unterstützer*innen von Wedding.hilft bezeugen können). Erst durch die Vermittlung Ehrenamtlicher konnten die Betroffenen Mitte März endlich in die Wittenberger Straße einziehen.

„Dieser Vorfall ist allerdings nur eines vieler Beispiele von Willkür durch Heimleitung und Security“, so Julius Martin. Bewohner*innen berichten, dass sie mit ihren Anliegen nicht zur Heimleitung durchdringen und mithilfe der Security „City Control“ stets abgewiesen würden. Außerdem führe die Security bei jedem Verlassen und Betreten der Unterkunft illegale Taschenkontrollen durch und verhalte sich respektlos. U.a. hätten Security-Mitarbeiter das Fahrradschloss eines Bewohners aufgebrochen, „und das Rad an anderer Stelle einfach hingeworfen. Wir fühlen uns in dieser Unterkunft sehr unwohl und diskriminiert.“

„Heimleitung und Security sind untragbar und müssen dringend abgesetzt werden“, so Julius Martin weiter. „Der Betreiber ‚Volkssolidarität’ und das LAF müssen endlich Verantwortung für die katastrophalen Vorgänge in dieser Unterkunft übernehmen.“

Interviewanfragen und Kontakt zu Betroffenen: politik@wedding-hilft.de

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Hier noch mal der Hinweis, warum die deutsche Lagerindustrie und deren Massenlagerung der asylsuchenden Menschen eine passive Sklaverei sind:

Die asylsuchenden Menschen sind entmenschliche und austauschbare Werkzeuge von verschiendenen “Sozialen” Unternehmen wie z.B. Volksolidarität und diverse Security-Unternehmen wie WISAG oder SECURITAS, die aufgrund der Entrechtung der Menschen durch das deutsche Asylrecht, sich das Recht zur Unterdrückung aktiv zum Leitmotiv ihrer Lohnarbeit machen und sich nach aussen als “humanitäre-helfende Personen und Unternehmen” verkaufen. Zwar wird das Asylrecht auf der Bundesebene geregelt, jedoch in solchen Fällen sieht man wie auch die scheinlinke Rot-Rot-Grüne-Landesregierung in Berlin und deren zuständigen Personen wie z.B.  Sozialsenatorin Elke Breitennach (Die Linke-Berlin) nicht reagieren, da asylsuchende Menschen ohnhin keine Wähler*innen sind, sondern ebenfalls als Spielball des Spielball des politischen Spiels dienen.

 


 

Betreff: Flüchtlingsheim, Volkssolidarität, Wittenberger Str.16, 12689 Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
am Freitag, 03. März 2017, wurden wir vom Flüchtlingsheim in der Pankstr. 70, in o. gen. Flüchtlingsheim umgesiedelt.
Leider haben wir mit der Heimleitung und der Securitas viele Probleme, daß wir uns hier sehr unwohl und diskreminiert fühlen.
Bei unserer Ankunft wurden uns alle unsere elektrischen Geräte abgenommen. Uns wurde gesagt, diese würden wir am Montag  zurückerhalten, was leider bis heute noch nicht geschehen ist.
Letzte Woche musste ein Mitbewohner ein eigens gekauftes Werkzeug ebenfalls abgeben, so gibt es noch einige Beispiele. In den vorigen Wohnheimen haben wir diese Erfahrungen nicht machen müssen.  Auch ein vernünftiges Gespräch mit dem Personal, ist leider nicht möglich. Schnell heißt es: “Ihr habt keine Rechte” oder “Ihr könnt nichts machen” oder “wenn es euch nicht gefällt, könnt ihr ja gehen”.  Diese Äußerungen sind sehr enttäuschend für uns, für unser sowieso schon schwieriges Leben im Flüchtlingsheim.
Wir hätten gerne eine  andere Heimleitung und anderes Securitas-Personal, damit wir uns etwas wohler fühlen. Vielen Dank für Ihr Hilfe und Unterstützung!!!
Mit freundlichen Grüßen

Die Bewohner des Flüchtlingsheim”

 


 

Im Anhang findet ihr die PDF-Dateien der Pressemitteilungen von Wedding.Hilft (Poltik AG)

17-03-15 – PM – Turnhallenleerzug

17-03-18 – PM – Hausverbot für Nachfragen

 

www.wedding-hilft.de

www.facebook.com/LagerMobiBerlin

International Women’s Day with Women in Exile at Eisenhüttestadt

Women in Exile Eisenhuttenstadt demo

It was 8th of March 2017, the day was still more like a winter day, gray, cold, but at least it didn’t rain. Women in exile had done the call to celebrate the International Women’s Day in Eisenhüttenstadt . We would go together by train. Meeting time was around 10am, meeting place was Alexanderplatz.

When I left home still many people where going to work, to school … so arriving to Alexanderplatz gave no feeling of celebration of the International Women’s Day but arriving to platform 1, one could to see a big number of women, greeting each other, chatting, the good mood was in the air, immediately I recognized the meeting point, they were the women from Women in exile.

The excitement was present, for many it would be their first demo, for others time to meet again, and many were going back to Eisenhüttenstadt, the Lager where many of them stayed for the first time, it’s a Erstaufnahme Lager, so many of them knew each other from their stay inside.

While waiting for the train, people from SOLIMATE, wanted to do a picture of the women, since their project is also supporting Women in Exile, the light was strange, bright at time, then dark, sometimes blazing, it made difficult the work for the camera girl. But finally there was a moment of “light” stability and they did the picture.

Ahead we had 2:30h travel to the Lager, it’s in the border with Poland, no direct train, we had to do one change and once we arrived to the town, take a bus for 30 min until we arrived to the Lager. In the train we were around 50-55 women traveling to more or less the end of the world, chatting cheerful, the children up and down, seeing the train as an amusement park. It was a moment to get in touch with people that you didn’t know or with whom you normally don’t have the chance to speak much. So the first part of the trip went good.

Once we arrived to the Lager, at the door there were police, although normally there is always a car, now there were several cars and vans. We started gathering and the goal was that some women went inside the Lager and give flowers to the women, to break the isolation, to show that they are not alone, to give them the courage to continue, to join us, to understand that many people think that Lagers should be closed, that they are not homes but prisons and people inside have done nothing wrong to be there, they don’t deserve it.

But police was implacable, no way to make them understand that a Lager is not a prison were people could not be visited, that the goal was only to give flowers, to remind International Women’s Day. Not only they didn’t accept the idea of entering the Lager, but they “invited” the group to move 100m away from the gate.

While talking with the police, women went loud, women after women took the microphone of the loud speaker, and made clear that “lagers had to be closed, controls have to finish, discrimination has to finish”, “equal rights to everybody”, “stop deportation”, “we are here (refugees) because you are there(German/western governments)”, “That (lager) is not a home is a prison”, “ohh lele oh lala solidarité avec les sans papier”.

Anyways women from the Lagers joined, trickling in, one by one, those who were going out or coming in, some stayed, others smiled and said thank you for the flower, maybe next time we will see them at a meeting.

When women were not talking in the micro, the music was playing, many were dancing, other chatting, other giving out flowers and flyer’s, other taking care of the food and drinks. After around 3h we decided to go back, so it was announced a small demo to the bus stop, since the police didn’t give permission to a spontan demo.
The small demo, as the rest of the day, was full of power, of outrage, of decision to continue fighting, of continuing being loud.

Once in the station we found out there was no more trains going back to Berlin, there was a bus substituting the train, but the bus didn’t have enough places for everybody, so some people were left behind waiting for the next bus to come. That’s the everyday situation people in lagers have to cope with, few buses to the lager, trains being canceled, never knowing when you would arrive.

One thing is clear, it was not the first time to be in Eisenhüttenstadt and it won’t be the last, while the keep lagers open, we will return.

 

original source

Book Launch: Living in Refugee Camps in Berlin: Women*s Perspectives and Experiences

International Women Space BerlinPresentation, Reading and Discussion with authors

16.12.2016, 6pm at Werkstatt der Kulturen, seminar room 1, Wissmannstraße 32

In the summer and fall of 2015, the year that marked the beginning of what later became known as the “refugee crisis,” 1.1 million people arrived in Germany with the goal of seeking asylum. When taking a critical look at the way refugees are portrayed in media and public discourses in Germany, it is striking to note that the diversity – and the individuality – of these newly arrived persons is often reduced to certain stereotypes that go hand in hand with specific privileges and (moral) rights that are granted or denied them. Furthermore, women* are often absent in these images and discussions, and hence their specific experiences, realities, vulnerabilities and needs – not only during their flight but also after their arrival while living in refugee camps – often remain unaddressed.

This is all the more critical as according to the UNHCR, the percentage of refugee women* and children arriving in Greece and seeking asylum in the European Union increased from an estimated 27% in June 2015 to 55% in January 2016. This book provides insights into the various ways in which women* perceive of and experience their living conditions in five different asylum accommodation centers in Berlin. In particular, it explores how women* – who have fled from countries such as Syria, Afghanistan, Eritrea and Albania, and who have diverse socio-economic, linguistic and educational backgrounds – describe their lives in the camps with regard to health and care, administration and registration, social interactions and support, and safety and privacy.

The ethnographic research on which this book is based resulted from a collaboration between students and lecturers of the Institute of Social and Cultural Anthropology at Freie Universität Berlin and the Berlin-based group International Women’s Space. In this regard, the book aims to contribute to the improvement of the living conditions of refugee women* in Berlin and simultaneously hopes to provide a model for anthropological engagement in the face of increasingly complex socio-political challenges.

December 16 on Friday, between 11 a.m. – 12 a.m. we will be live on air in F Radio on 88,4 Mhz in Berlin + 90,7 Mhz in Potsdam and on www.piradio.de to talk about the book just before the book launch.

Here is the link of the book launch on Facebook: https://www.facebook.com/events/345213105854357/

International Women Space

Summary of research findings in PDF:

„Starting below Zero“: On the Situation of Women* in Refugee Camps in Berlin

“Anfangen unter Null”: Zur Situation von geflüchteten Frauen in Berliner Sammel-Unterkünften

 

Hungerstreik in NUK Flüchtlingsunterkunft am Hüttenweg in Dahlem

Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf erklärt sich solidarisch:

Seit heute befinden sich Bewohnerinnen und Bewohner der Sporthalle am Hüttenweg 43 in Dahlem im Hungerstreik. Sie wollen damit für sich und ihre Familien gegen die menschenunwürdige Unterbringung protestieren und für die Verlegung in normalen Wohnraum kämpfen.

Dazu erklärt Günther Schulze vom zentralen Willkommensbündnis für Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf: “Die hungerstreikenden Menschen aus dem Hüttenweg machen deutlich, dass endlich Schluss sein muss mit den seit vielen Monaten andauernden Vertröstungen des Senats über die Schließung dieser Notunterkünfte. Die dort nicht vorhandene Privatsphäre verhindert die Integration der Menschen, die bei uns Schutz und Perspektive suchen. Das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf ruft die Bürgerschaft auf, sich mit den Forderungen der Geflüchteten zu solidarisieren.”

In dem Zusammenhang verweist Schulze auf die vielen leerstehenden Gebäude im Bezirk, die schon lange als Wohnraum hätten umgebaut werden können. Beispielhaft dafür stehen die Gebäude an der Thielallee in Dahlem. Über deren Zukunft als Unterkünfte für Flüchtlinge hatte im vergangenen April der damalige Senator Czaja in einer öffentlichen Anwohnerversammlung noch geschwärmt. “Danach ist das Vorhaben leider sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden”, so Schulze. Stattdessen gibt es nun ebenfalls schon seit langer Zeit Pläne, weitere Containersiedlungen zu errichten. Wann diese in Betrieb genommen werden und dann auch die Geflüchteten aus den Sporthallen aufnehmen können, ist nach Aussage von Schulze unklar: “Aktuell gibt es dafür nur ein Zeitfenster von März 2017 bis Januar 2018.”

Press contact:
+491726872163

Reactions to the break out of the Lager at Osloerstr. 23

After the rise up of the people living in the Lager at Osloerstr. 23 two weeks ago (link), a lot of things are happening in a very short time: the company administrating the lager, BTB Bildungszentrum, and LAF (the new LAGeSo) are really afraid about the propagation of these protests, and here we share with you and make public some of the consequences of this first protest. First of all, the supporters of the protest organized by the people living in the Lager are getting bans (Hausverbot) that don’t allow them to visit the families and play with the children, as they have been doing for over a year. The families and the children are very angry with the administration of the Lager, specially with Mark Held, the Heimleiter. Mr. Held is lying all the time to everybody: for example, he says to the people from Lager Mobilisation Group that now they are asking everybody who wants to visit a friend to sign a contract, but when someone not belonging to the group tries to enter, no contract is required. Prohibiting the entrance of the friends of the people living in the Lager only segregates them even more, and goes against the integration principles that are supposed to guide the work of the companies administrating the Lagers.

osloerstr lager protest

Secondly, the company BTB Bildungszentrum is having now emergency meetings: they are afraid of loosing a big business with the administration of the Lager that gives them around 100 000 € of benefits per month (after paying costs, salaries, etc.), and yesterday, on Wednesday the 8th of December, the boss of the company, Frauke Behrens, was visiting the Lager to see what’s going on.

But she was not alone in the Lager: also workers from the state like Noemi Majer (Koordinatorin für Flüchtlingsfragen Integrationsbüro) and Sascha Langenbach (second hand of the president of LAF -the new LAGeSo) where also visiting the Lager with translators, so that they could talk directly with the people living there.

After their visit to the Lager, we were able to talk a little bit with them. This was very productive: for example Mr. Langenbach thought that BTB earns 15 € per person and day. He is wrong: BTB actually earns 47,28 € per person per day, which makes over 1400 € per person every month (!). We can multiply by the 130 people that are living in this Lager to get an idea of the nice business that this Lager is for the company BTB. Another thing that Mr. Langenbach was saying is that he doesn’t understand how this situation, with thousands of people living in NUK (and this are just the numbers of Berlin), is not escalating and propagating to different Lagers. They are aware that this will happen soon, and that’s why they are all afraid.

The people living in the camp just want this horrible Lager in Osloerstr. 23, ran by Mark Held from BTB, to be closed. They are suffering a lot of pressure, their living conditions are more and more stressful, and the only thing they are asking for is having a place were they can stay peacefully, rest after the horrible experiences that they had to live (not only in their country and in their way to Germany, but also here), and start integrating in the society. In this link one can read their concrete demands.
So the questions are: when will this business finish? When will a real process of integration start?

soap bubbles at osloerstr lager

PRESSE-MITTEILUNG: Ausbruch aus der Notunterkunft

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On Thursday 24.11.16, 10AM – 10PM
at Osloerstr. 23-26 in Berlin-Weding:

Die Bewohner*innen einer Notunterkunft in der Nähe der Osloerstr. (Wedding), inklusive Familien mit Kindern, werden am Donnerstag (24. November) aus der Sporthalle zum Protest ausbrechen und davor eine 12-stündige Strassen-Blockade starten.

Der foldende Brief ist von den asylsuchenden Bewohner*innen des Lagers (genau Adresse am Donnerstag):

“Hallo, wir die Bewohner*innen, Familien mit Kindern, Menschen aus verschiedenen Ländern und Altersklassen möchten folgedes mitteilen:

UNSERE FORDERUNG: *Schliessen Sie das Lager!*

Wir müssen seit einem Jahr in dieser Notkunterkunft leben und fordern Sie dazu auf, sie zu schliessen. Wir möchten in besseren und menschlicheren Bedingungen, wie zum Beispiel in einem Wohnheim untergebracht werden.

Die Gründe unseres Streiks:

1. Fehlende Privatsphäre!

Wie jeder andere Mensch, brauchen auch wir Privatsphäre. Damit unsere Kinder gesund und gebildet heranwachsen können, brauchen auch sie Räume und Ruhe um schuliche Aufgaben bewältigen zu können. Dies ist in einer Turnhalle mit rund 150 Menschen nicht möglich. Zudem leiden immer mehr Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, an psychischen Problemen: einige haben Depressionen, können nicht essen und schlafen oder brechen in Panikattacken aus. Außerdem tauchen vermehrt Hautausschläge und Haarausfall auf, welche sowohl psyschiche als auch hygienische Ursachen haben.

2. Fehlender Respekt!

Wir möchten von Person, die in unserem Lager die Leitung übernehmen, respektiert werden und das sie unsere Bedürfnisse zu verstehen und lösen versuchen. Wir sind Menschen und keine Waren, die zum Geldmachen gelagert werden.

3. Politische Verantwortung übernehmen!

Wir fordern die zuständigen Politiker*innen auf uns zu treffen, sich über unsere Lage zu informieren und unsere Lage dementsprechend zu verändern.

Zum Schluss möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir in einer Turnhalle leben. Diese sind nicht dafür konzipiert um Menschen für ein Jahr zu beherbergen. Deshalb fordern wir eine sofortige Schliessung des Lagers, eine schnelle Verlegung und eine unverzügliche Veränderung unserer Lage.

Die Bewohner*innen der Turnhallen-Notunterkunft”

Für mehr Information, bitte emergencylagerswedding@riseup.net fragen.

PRESS RELEASE :

Berlin, 24. November 2016

The letter from asylum seeking inhabitants of the Camp in Berlin-Wedding (it a emergacy-camp in a school gym, ran by the company “BTB”):

Hello, we the inhabitants; Families with childern, people from different countries and ages, want to share this information to you:

OUR DEMAND: Close this camp! We have to live inside this emergeny-camp since one year and demand to close it. We want to live in better accommodation with better and more human conditions, for example Wohnheim (Rooming House, Permanent Camp).

1. Non-existing privacy!

We need our privacy and adequate rooms to study for the school. Also for our childern it is important to live healthy – this is impossible in a gym with over 150 humans. Additional problems are: that more and more people, especially childern and teenagers are struggeling with mental health problems, like depression. A lot of persons are not able to eat and sleep and have panic attacks. People have also problems with their skin and are loosing their hair. The causes of these problems have psycological as well as hygienic causes.

2. Missing respect!

We want to be respected from the people who run the camp. They should listen and try to solve our needs. We are human beeings and not propery that is inside a storage (Lager) to make bussines with.

3. Political responsibility!

We demand the resposible politicans to meet us in person and take a look at our situation. We want them to feel responsible and to change our situation immidately.
At the end we want to attract your attention to the fact that we are living inside a gym, which is not made to live asaccomodate with over 100 people, for one year. Therefor we ask you for an instant closing of the camp and a fast division and change of our living conditions.

The inhabitans of the emergeny-camp in Berlin-Wedding.”

Comunicado de prensa

Aquí tenéis las demandas de los solicitantes de asilo, que residen en el Lager:

Hola,

Las personas que residimos en el Lager, familias con niños, personas de distintos países y edades, queremos compartir contigo esta información:

NUESTRA DEMANDA: ¡Queremos que se cierre el Lager!

Hemos tenido que vivir durante un año en este “campo provisional” y ahora demandamos cerrarlo. Queremos vivir en un alojamiento mejor, en mejores condiciones, más dignas, por ejemplo en un Wohnheim (residencia o albergue permanente).

Nuestras razones:

1) ¡No tenemos privacidad!

Necesitamos nuestra privacidad, además de habitaciones adecuadas para poder estudiar, para nuestras tareas escolares. Para nuestros/as hijos/as es importante vivir saludablemente -lo cual es imposible en un gimnasio con aproximadamente 150 personas-. Otros problemas adicionales: cada vez somos más personas quienes sufrimos problemas de salud mental, depresiones, especialmente niños/as y adolescentes. Muchas personas no son capaces de comer y dormir, además de sufrir ataques de pánico. Hay personas que tienen problemas con su piel y que también están perdiendo pelo. Estos problemas tienen causas psicológicas e higiénicas.

2) ¡No se nos respeta!

Queremos ser respetados por el personal que trabaja y dirige el Lager.
Deberían escucharnos y tratar de solucionar nuestras necesidades. Somos seres humanos, no una propiedad dentro de un almacén (Lager) con quienes hacer negocio.

3) ¡Demandamos responsabilidad política!

Demandamos que los responsables políticos respectivos nos conozcan en persona y conozcan nuestra situación. Queremos que se sientan responsables y cambien nuestra situación inmediatamente.

En definitiva, queremos atraer la atención, ante el hecho de que estamos viviendo en un gimnasio, que -desde luego- no está hecho para acomodar a más de 100 personas durante un año. Por ello, solicitamos su cierre inmediato, un rápido traslado y el cambio inmediato de nuestra situación.

Los habitantes del gimnasio-campo “provisional” (Notunterkunft).

Lager Mobilizaton Berlin

مرحبا، نحن القاطنين في الكامب؛ العائلات مع الأطفال، والأشخاص من جميع الجنسيات والأعمار، نود مشاركتكم بهذه المعلومات:

مطلبنا: *إغلاق هذا الكامب!*

نحن نعيش داخل كامب الطوارئ هذا منذ عام ونطالب بإغلاقه. نحن نود العيش بمكان أفضل وبأوضاع إنسانية أفضل، مثلابكامب دائم فيه غرف أو شقق خاصة.

أسبابنا:

١ليس هنالك وجود للخصوصية!

نحن بحاجة الى غرفنا الخاصة ومساحتنا الشخصية لنتمكن من الدراسة والذهاب إلى المدرسة. وكذلك من المهم لأطفالنا أن يعيشوا في مكان صحيوهذا غير ممكن في صالة رياضية فيها أكثر من ١٥٠ شخص. المشاكل الأخرى هي: أننا نعاني يومابعد آخر من مشاكل نفسية مثل الاكتئاب. الكثير من الأشخاص لا يستطيعون أن يأكلوا أو يشربوا ويتعرضون أحيانالحالات حزن مفاجئ. الكثير من الناس لديهم مشاكل جلدية ويعانون من تساقط شعرهم بسبب حزنهم وقلقهم المستمران. أسباب هذه المشاكل تعود لأسباب نفسية وصحية.

٢الاحترام المفقود!

نحن نود أن نكون محترمين من الأشخاص المسؤولين عن إدارة هذا الكامب. يجب عليهم أن يستمعوا الى مشاكلنا وأن يحاولوا أن يجدوا الحلول لها. نحن أشخاص وبشر ولسنا أشياء موجودة في صندوق يتم ربح الأموال منها.

٣المسؤولية السياسية!

نحن نطالب الأشخاص المسؤولين والسياسيين باللقاء بنا شخصياوبالنظر بمشاكلنا. نحن نودهم أن يشعروا بالمسؤولية وأن يعملوا على تغيير وضعنا حالا“.

وفي النهاية نود لفت انتباهكم أننا نعيش داخل صالة رياضية، انها غير معدة ليعيش فيها أكثر من ١٠٠ شخص ولمدة عام كامل. لذلك نحن نطالب بإغلاق حالي لهذا الكامب، وتغيير فوري لوضع معيشتنا.

مع تحية قاطني كامب الطوارئ.

 

Another day at Lager in Bornitzstr 102. Waiting the police

Refugee Protest in Bornitzstr. Notunterkunft

Refugee Protest – Lager in Bornitzstr. 102 Berlin

from abriraqui

In the post from yesterday I was saying that maybe today (07.10.2016) in the morning they police would come and proceed with the eviction.

It didn’t happen, but it does not mean anything. Early morning the employers from PeWoBe knocked at the door of people’s room asking them to move, to go out of their rooms, they said “No, we are not moving”. After some time, the day movement started and people went outside, into the garden or to the front door, they were not going any where. They will stay.

Today no visits are allowed inside the Lager, no friends, no press, nobody can go inside. So I stayed outside and met my friend from the day before, and then continued chatting with people that was around. There is an inmense need to talk, to be heard, to express how the feel about how they are treated, all of them agreed, “they treat us like animals“. The strategy of threating people, just causes one effect, they get angry and get empowered to resist, to talk loud.

One guy came to me and said, “I know you”, I answered “mmm maybe”, he started talking, they’ve seen enough shit in their lives already (this was a young guy, early twenties), 8 cousins of him got kill by one bomb in one day, what’s going to scare them?, they won’t move, that’s the common feeling. He continues “they are all bastards, they’ve threatened us with Haus Verbot, who cares!! I won’t move”, he also explains, “we are 122 people we can block a street if we have to stay outside”. After a while we remembered where we had met,  he is friend of another guy that I met in another Lager, small world and nice to see the connections.

A lot of movement was going on, people coming and going,  some women, the bosses of PeWoBe also were coming in, people really dislike them, they say again “they think we are animals”, but as many pointed out, “we are engineers, teachers, nurses,etc… we came here only because of the war”.

One of them tells me, he had lived in Turkey several years, he speaks Turkish, so he got a job in a Turkish restaurant, he works, he earns his own money, he does not depend on Lageso’s money, but he can’t get a room or a house, and in the Lager they don’t even keep the dinner for him, even knowing that he comes from work late.

Many are already in the Job center, that is they’ve been recognised as refugees, but nothing changes, another case, he has permission to find a room fro over 3 years, he was not able to get it, “what can be done? why do they tell lies to us?” he asks.

Inside the building people are talking, discussing what to do next, resist and try to stay or accept the transfer. The following video shows that atmosphere inside.

The day is rainy, cold, disquieting. Basically there are no supporters, but there is some press, a couple of media. Let’s see if something can be done.

Notunterkunft Bornitzstr.102 BerlinIn between, Markus brought us some tea outside, it was sooooo nice of him, and it did us so good, after some hours, the cold gets really inside, the fingers start get rigid, from the feet comes the direct cold of the ground, so to drink something hot was great!

Now I’m leaving again to go there, later I’ll continue.

Back again, I’ll continue with what has been a long day. While being outside and drinking our tea, more stories and thoughts were said. Some of them were threaten in their countries by official army, daesh, etc, there was no way to stay, behind they had to leave a whole life, family, friends, jobs that made them happy. One day they just had to start to way to Europe, under a promise of the “German dream”, after the way walking, traveling by sea, continue walking through the Balkan route until reaching Germany. And now what? All placed in crowded Lagers, under bad hygienic conditions, given bad food, suffering the pressure of the manager, receiving little help from social workers (except very special cases, that end up resigning due to differences with the company running the Lager), not able to get a job, to get a house even if they are recognised as refugees, to study. In this Lager, what was the German classroom, that had a library has become a room for 12 people, and the German lesson inside the Lager were canceled.

As Markus says “we come from a physical war to a psychological war”. That is what Europe is doing a psychological war on refugees.

Another guy joins the conversation, he starts explaining the living conditions in Kopenicker Alle Lager. His face is so white that I have the feeling he can faint, he is nervous, very stressed because of what is going on, of how they are treated as animals. He starts describing the Lager where they are supposed to be transfered to, in each room there are 12 people, there are no keys in the room, nor in the lockers, “I don’t care about money or things like handy, computers, etc .. but I need a safe place to keep all my diplomas. I’m a computer engineer”, the toilets are outside the Lager, when they were there to visit, he needed to go to the toilet, there were 13 people queuing in the cold and rain. He continued, “inside is like being in a jail, is like Guantanamo. We are not animals, we want human rights not animal rights. That place is so dirty, it has not been clean since World War I”, he also explained that the Lager is in the middle of nowhere, it took 30 minutes to walk to the first bus stop, then another half hour to get to the Sbahn that after 3 station will leave you in the East of Berlin, which means that if you have to cross the city for any paperwork, attend classes it will take another hour at least to get to the final place.

Refugee Protest in Bornitzstr. 102 Berlin Session

In another corner, while we were talking, woman from Lageso conving people to leaveIn another corner, while we were talking, the woman from Lageso (a group of people from Lageso have spent the whole day in the Lager trying to convince people to move to Kopenicker Alle Lager)  comes outside and people start asking why are they treating them like that, what have they done, why are they lying to them, there are two floor in the current Lager being renovated and finish, why don’t they just move them to the upper floors, why are people being transfered while other people are getting registered… a big amount of questions are in everybody’s mind. There is only one answer, you will have to move, you can do it voluntarily or by force. There is no reasoning behind, no arguments, no explanations, I guess they think why should they explain themselves to this animals, the logics of power and business, the big business that refugees are in Germany right now.

I feel sad to see and not understand why people, good people are treated like this, is the same story that repeats itself Lager after Lager, there is nothing new in any of what I heard, is just new the people that tell it. On the other had I’m happy to have got in contact with the people in this Lager, maybe to have found new friends,  today was a long day but a nice day, at the end of the day it was clear the the transfer would not be done nor today nor during the weekend, probably on Monday they will try again.

Sometimes people ask, but if we go what can we do? resisting means not moving, so “no action” is taking place, I will always say, just come and sit and chat with people that are resisting, let  them know that there are people who care about what happens to them, that they are human and we always can provide human warmth, accompanying is also very political.

DEMO Montag 11.07. 2016, 11 Uhr, Jahnsporthalle zum Rathaus Neukölln

Flüchtlingsprotest JahnsporthalleBeschluss steht. Morgen um 11:00 Demo von der #Jahnsporthalle zum Rathaus Neukölln.

Die Leute aus der Halle schlafen seit 2 Tagen auf der Straße, weigern sich in das Lager am Tempelhofer Feld zu ziehen und wollen morgen eine Lösung erzwingen. Massive Unterstützung wäre hilfreich !

Treffpunkt ab 11 Uhr, Jahnsporthalle, Columbiadamm 192, Neukölln
Facebook-Seite der JHS

Come to Jahnsporthalle

Jahnsporthalle Flüchtlingsprotest

Yesterday was a special day for berlin. We occupied or streets back. The former inhabitants of the lager has occupied the street in front of it, because the threw them out and want to force them in the shithole of berlin. But people say no thanks. We also have the right to have a ok living space. They already made their occupation the second day and there was a lot of people coming for visit and solidarity.  Allot of friends see each other again after long time. This is rebirth of Resistance and all freedom fighters come for supporting.

So people, let’s gather together in front of the sporthalle (colombiadamm before tempelhof airport) and help to push this forward.

Together we are strong.

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Presse Kontakt zu den protestierenden an der #Jahnsporthalle: +4915213601139

 

Statement of refugee protest in front of lager “Jahnsporthalle” Columbiadamm

Jahnsporthalle Refugee ProtestEnglish below_

Wir sind Refugees aus der #Jahnsporthalle am Columbiadamm und erwarten eine Lösung für das gegenwärtige Problem – 150 Menschen lebten hier, 120 davon wurden bereits an andere Orte gebracht. Wir sind jetzt noch 30 Verbliebene, die keine Unterkunft mehr haben und auf der Straße sind. Wir suchen bessere Orte. Seit 10 Monaten waren wir hier und hatten 130 € pro Monat zur Verfügung. Dies reicht nicht für eine Person und dieser Ort ist miserabel. Wir haben die ganze Zeit umsonst auf einen besseren Ort gewartet. Nachdem wir gelitten haben, sagten sie, dass wir an einen noch schlechteren Ort kommen sollen. Von schlecht zu noch schlimmer. Hier 150 und dort tausende Menschen. Mehr Krankheit, mehr Wahnsinn. Dort ist es unmöglich, sich zu integrieren und soziale Kontakte aufzubauen.

Unsere jetzigen Forderungen sind:

1. Einen guten Platz für uns zu finden, als menschliche Wesen, nicht Tempelhof und auch nicht wie Tempelhof.

2. Nicht genötigt oder gezwungen zu werden, nach Tempelhof zu gehen.

3. Nicht gezwungen zu werden, dieses sterile Essen zu essen.

4. Beeilt Euch damit, eine Lösung zu finden, weil Ihr unser Vertrauen verliert.

Bitte rettet uns von der Hölle der Straße und der Obdachlosigkeit! Wir erwarten Eure Hilfe, danke!

Die JSH
Jahnsporthalle Flüchtlingsunterkunft
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We are refugees from the JSH (Jahnsporthalle) in Columbiadamm, waiting for a solution for the problem here. There were 150 people living here, they already transfered 120 people in other places. We are still 30 persons with no places, in the street we are searching for better places. We have been living here for 10 months with a payment of 130 € per month. This is not enough for a single person and this place is miserable. We waited all this time for a better place for nothing. After suffering they said, we go to a even worse place. From bad to worse. Here 150, and there thousands of people. More illness/sickness there. You are unable to integrate and to get social contact there.

Our demands now are:

1. To find a good place for us, as human-beings, not like/instead of Tempelhof.

2. Don’t pressure us to go to Tempelhof.

3. Don’t force us to eat this plastic food.

4. Hurry up to find a solution, because you are losing our trust. Please save us from the hell of the street and the homeless status.

We are waiting for your help. Thank you!

The JSH

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