Tag: Bezirksamt

Räumung oder Nachbarschaft? Die Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schule und die Nachbarschaftsinitiative Ohlauer Strasse nehmen Stellung zur Situation im Kiez und Urteil des Berliner Landgerichts vom 12.07.2017 über eine mögliche Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule.

 

picture from a press conference on the situatin in Ohlauer Str.some texts in english further below!

Der Bezirk gibt 100.000 Euro/ Monat für Wachdienst aus, die Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schule haben Besuchsverbot, viele der Leute in der Schule bekommen kein Geld und dürfen nicht arbeiten. Trotzdem haben sie starke Verbindungen aufgebaut und leben seit Jahren zusammen mit den Menschen im Kiez.

Obwohl ‘Integration’ in Deutschland ein großes Wort ist, wird politisch und in der Presse weiter dagegen gearbeitet.

Die Pressekonferenz fand statt, am Dienstag den 01.08.2017, um 11:00 Uhr, im Theater DESI, Ohlauer Strasse 41, 10999 Berlin.
Es sprachen Kim Archipova für die Nachbarschaftsinitiave Ohlauer Straße (NIO) und Younous Abou Bakar für die Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schule.

Das Urteil des Berliner Landgerichts vom 12.07.2017 über eine mögliche Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule ist die Konsequenz aus der politischen Haltung des Bezirksamts. Dieses versucht systematisch die gemeinsame Arbeit der Anwohner*innen (NIO) und verschiedener Vereine und Initiativen mit den Bewohnern der Schule kleinzureden. In den vergangenen Jahren wurden dem Bezirksamt bisher vergeblich gemeinsame Konzepte vorgeschlagen.

Dieser Bezirk lebt davon, dass unterschiedlichste Menschen alternative Freiräume durchgesetzt haben und weiter durchsetzen wollen.

picture from a press conference on the situatin in Ohlauer Str.

Zum Hintergrund:

Nach dem Selbstmord eines Geflüchteten in einem Lager in Würzburg organisierten sich 2012 Menschen und marschierten geschlossen nach Berlin. Sie protestierten gegen zwangsweise Unterbringung in Lagern, Entmündigung und Abschiebung. Auf dem Oranienplatz in Kreuzberg haben sie ein Protestcamp errichtet. Ein anderer Ort, der damals von den Menschen als selbstorganisiertes Zentrum erkämpft wurde, war die leerstehende Gerhart-Hauptmann-Schule.

Während Politik und Verwaltung damit beschäftigt sind Geflüchtete für diverse Missstände verantwortlich zu machen und der Bezirk Prozesse führt, suchten die Bewohner der Schule den Kontakt zu den Menschen im Kiez: Sie organisierten Deutschkurse, unterstützten sich und andere bei Behördengängen, Arztbesuchen und leisteten Übersetzungsarbeit, halfen anderen Geflüchteten Beratungsstellen zu finden. Sie organisieren Essensstände auf Straßenfesten und mit der Initiative Willkommen konkret. picture from a press conference on the situatin in Ohlauer Str.Sie arbeiten an der Gründung eines Vereins zur Beschaffung von Mitteln für Geflüchtete, dokumentieren Fluchtgeschichten und leisteten ehrenamtliche Arbeit in der Technik beim Community Theater Expedition Metropolis e.V. oder in der Unterstützung kultureller Angebote für Kinder und Jugendliche bei Koduku e.V. und in einer Unterkunft in Reinickendorf. Sie absolvierten verschiedene Praktika bei z.B. Vattenfall, einer Landschaftsgärtnerei, bei Kotti e.V. und einer Dachdeckerfirma. Sie verhandelten mit der Ausländerbehörde um die Erlaubnis eine Ausbildung zu beginnen, sammelten Spenden für Fahrtkosten, Anwaltskosten, Medikamente und Essen und planten das International Refugee Center, um die Schule als öffentlichen Ort zu nutzen.

Die Bewohner der Schule sind Teil des Kiezes trotz Absperrungen, Aufenthaltsbeschränkungen, Arbeitsverboten und fehlender Existenzsicherung. Es geht darum diese Nachbarschaft zu verbessern, anstatt sie zu zerstören.

Nachbarschaftsinitiative Ohlauer Strasse

Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schulepicture from a press conference on the situatin in Ohlauer Str.

 

Videos von der Pressekonferenz (leider ging unsere Kamera nicht und wir konnten nur Anfang und Ende aufnehmen – wenn Ihr Aufnahmen habt, schickt sie uns bitte …)

Videos from the press conference (unfortunately our camera didn’t work and we only recorded beginning and end of the conference – if you got any recordings please send them to us ….)

 

Pressemitteilungen der Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schule und der Nachbarschaftsinitiative Ohlauer Strasse dt./engl.

picture of the press statement from the people of the school Bild der Presseerklärung der Leute aus der Schule

 

picture of the press release of the neighnourhood initiative 'NIO'

 

 

 

Medienberichte:

Abendschau vom 01.08.2017 (ab Minute 11:00 Bericht über die Pressekonferenz)

»Ohlauer lebt!« : Artikel in der Jungen Welt vom 02.08.2017

Bezirksbürgermeisterin bleibt hart : Artikel in der taz vom 01.08.2017

Initiative gegen Räumung der besetzten Hauptmann-Schule : Artikel in der Berliner Morgenpost vom 02.08.2017

Flüchtlingsaktivisten werfen Bezirk “Zeitschinderei” vor : Artikel im ‘Tagesspiegel’ vom 02.08.2017

Besetzte Schule steht vor dem Ende : Artikel im neues deutschland vom 02.08.2017

picture from a press conference on the situatin in Ohlauer Str.picture from a press conference on the situatin in Ohlauer Str.

Oplatz: Open letter to district and senate

FullSizeRenderToday the Senate of Berlin and the District Council Friedrichshain-Kreuzberg ordered the removal of the info-point container at Oranienplatz. But be aware:

YOU CANNOT EVICT A MOVEMENT!

Open letter to the Berlin Senate and Friedrichshain / Kreuzberg District Council

(francais en bas – deutsch unten)
Date 13.07.2015
As you know, “The House of the 28 Doors” at Oranienplatz in Kreuzberg was attacked on the night of 30/31.03.2015, in what was probably an arson attack. The solid wooden structure burned down completely in no time at all. The small
information-centre container provided by the District suffered serious fire damage and can no longer be used. The material damage amounts to several tens of thousands of Euros; the weatherproofing materials for the “House of 28 Doors” were funded entirely through donations and all the work on it was done by volunteers.
Fortunately no-one was hurt in the fire.The perpetrator(s) have not yet been identified.

call for action

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english version below, francais ci-dessus

Liebe Leute, es ist wieder soweit!

In der Ohlauer geht es in die 2te Runde!

Wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt, wurden in den vergangen Wochen hunderte der Refugees vom O-Platz Abkommen auf die Straße gesetzt. Nun, 4 Monate nach dem letzten Räumungsversuch der Gerhart-Hauptmann-Schule, hat der Bezirk durch seine Grüne Bürgermeisterin Monika Herrmann zum 31.10.2014 eine Kündigung an die Refugees in der Schule geschickt. Alle Bewohner*innen sollen auf die Straße gesetzt werden. So viel sind die Versprechen der Grünen wert. Die Kreuzberger Bezirkspolitiker_innen reden von Recht und Gesetz, brechen aber alle Vereinbarungen, die sie mit den Refugees eingegangen sind; sei es am Oranienplatz mit Kolat oder in der Schule mit Panhoff!

Statement from the people of the school, ب يان ل لجم يع

Erklärung an Alle,

ب يان ل لجم يع   Statement to all   Erklärung an alle

auch an den Berliner Senat und den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg:

Von den Menschen aus der Schule (Ohlauer)

Dies ist eine Einladung mit uns zu reden. Sie müssen uns anhören! Wir meinen es sehr ernst. Wir befinden uns in Bewegung und wollen in der Schule ein richtiges Refugee-Center von Refugees für Refugees aufbauen.

Deswegen haben wir angefangen 5 Projekte zu organisieren:

1. Social Center: Wir wollen, dass das Pavillion-Gebäude ein offenes Zentrum wird. Bestandteil von diesem Zentrum wird ein offenes Café sein. Im Social Center wird es eine Kochgruppe geben, die regelmäßig kocht und Essen zur Verfügung stellt. Eine weitere Gruppe will im Social Center eine Fahrrad-Reparatur-Werkstatt aufbauen. Für die Organisation des Zentrums und der weiteren Projekte soll ein gemeinsames Büro in dem Pavillion-Gebäude eingerichtet werden.