Tag: Berlin

Tomorrow, 12 June, 17:00: Rallye against the G20 “African Partnership Conference” in Berlin-Schöneberg

(English below)

Am 12. und 13. Juni findet in Berlin im Rahmen des G20-Gipfels die Africa Partnership Conference statt. Um dagegen zu protestieren wollen wir am Montag, den 12.6. um 17:00 Uhr eine Kundgebung am Gasometer in Schöneberg (in der Cheruskerstraße, der Park vor dem Gasometer wird von der Polizei vollkommen gesperrt sein) veranstalten. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr euch an der Kundgebung beteiligt, sei es durch einen Redebeitrag, Aktionen oder etwas anderes!

Meldet euch gerne bei uns: g20_kundgebung@systemli.org https://www.facebook.com/Anti-African-Partnership-Conference-Berlin-415026072215977/

Lasst uns gemeinsam gegen Neokolonialismus, Kapitalismus und Ausbeutung kämpfen!

Und wenn ihr noch akiver werden wollt: antig20berlin.noblogs.org wirsindwuetend.blogsport.eu

On June 12th and 13th the G20 Africa Partnership Conference will be held in Berlin. In order to protest against it, we want to organize a rally on Monday, June 12th at 17:00 in front of the Gasometer in Schöneberg. We are looking forward to your participation in the protest, either by giving a speech, through actions or something else!

Feel free to get in touch with us: g20_kundgebung@systemli.org

More info: https://www.facebook.com/Anti-African-Partnership-Conference-Berlin-415026072215977/

Let us fight together against neocolonialism, capitalism and exploitation!

And to get even more active: antig20berlin.noblogs.org wirsindwuetend.blogsport.eu

An Email from women at #Niedstr to Frau #Tomaske

On the 27.05, the inhabitants of the Lager at Niedstr 1-2, sent to Frau Tomaske (LAF) the following complain. Until
today, they didn’t receive any answer and there are no changes in this unsustainable situation. What is LAF waiting for?

(Deutsch unten)
Dear Frau Tomaske,

In Soziale Initiative Niederlausitz e.v. Notunterkunft Neidstr 1-2 12159 Berlin, there is a huge problem with food. Women complained to administration 100 times but they do not listen. Last month a Woman tried to kill herself because of being desperate that the food is bad and she cannot afford to buy herself food everyday. also another woman got very angry because of the disgusting smell of the food which look like garbage and she brock some dishes.
The women mad a complaint in Arabic and over 73 signature is on it and signatures are getting more. We tried hard to explain it in English and German to other women.(every body here understand that “Essen Nicht gut”) Arabic women, Vietnamese, Iranian, Afghani, Balkan  women all signed about the terrible quality of the food. it is damaging our health. yesterday women were crying because they do not know what to feed their children. Today at the first day of Ramadan for Muslim people, they offer them very spicy food that burns in the through (this food was the the same of the lunch for us) . Women are very depressed of the food and the administration carelessness about this issue.

There are other issues such as:

1. Cleaning is done only one time per a day (It should be done 3 times as the administration informed me personally)  and the administration does not supervise this process. we offered to supervise it our self (only if they cooperate with us and listen to us). the hygiene level in toilets and showers is most of the time below zero! also most of the time no Soap nor Sanitizer in the toilets.

2.The office hours are  not enough to handle our problems (we wanted it to be as a minimum 2 hours a day).

3.No special food for pregnant women nor for children.

4.The Erste Hilfe room is always closed. although it is written that it should open every Thursday which is not enough of course.

5.The administration choose 6 women to form a residence council who wrote a protocol that every thing is fine in the Notunterkunft and that every body see improvements! which almost 73 women who signed this complaint did not see .

6.We are not allowed to close the doors of our rooms. some time the women in the room are sleeping or they want to get dressed. which make us in a state of panic and fear that the door can be opened any time.

This place is supposed to protect women, not to traumatize them!

7.Every time the administration try to convince us that they will build a kitchen. they said the building work will start on May now they say that it will start in June and will be done by January 2017. do we have to be tortured by this food more 8 months?

they also got permission for us to cook in two kitchens in other buildings near the Notunterkunft, which is good. But still women cannot afford to buy the material to cook because money is wasted on the uneatable food provided by the Notunterkunft.

The Administration informed me and three other women that they would meet with us to discuss these complaints. but we are afraid that they do not listen to us as usual.

We love this place which offer us safety and relatively good life. we do not want to leave it to another place. Nevertheless we do not want to take food from this place because it is very bad and damaging for our health and our children. “we want to buy our Owen food and cook for yourself.

we also want such measurements as in Fehrberliner Platz.
Please check the attached photos.
also attached the complaint.

Warm regards,

Women from NeidStr

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E-Mail an Frau Tomaske vom 29. Mai 2017

Sehr geehrte Frau Tomaske,

In der Soziale Initiative Niederlausitz e.V. Notunterkunft Neidstr. 1-2, 12159 Berlin gibt es ein riesiges Problem mit dem Essen. Die Bewohnerinnen haben sich 100 Mal bei der Administration beschwert, aber diese hört nicht zu. Letzten Monat hat sich eine Bewohnerin versucht umzubringen aus Verzweiflung über das schlechte Essen und dass sie es sich nicht leisten kann, Essen täglich selber zu kaufen. Eine andere Frau (Bewohnerin) ist sehr wütend geworden wegen dem ekelerregenden Geruch des Essens, das aussieht wie Abfall oder Essensreste, und hat Geschirr zerbrochen. Die Bewohnerinnen haben eine Beschwerde verfasst auf Arabisch, bisher sind 73 Unterschriften darauf, und es werden mehr. Wir haben uns viel Mühe gegeben, es auf Englisch und Deutsch zu übersetzen für die anderen Frauen. (Alle verstehen hier dass “Essen nicht gut”) Arabische Frauen, Vietnamesinnen, Bewohnerinnen aus dem Iran, Afghanistan und aus dem Balkan haben alle unterschrieben als Statement über die schreckliche Qualität des Essens. Es gefährdet und ruiniert unsere Gesundheit. Gestern haben Frauen geweint weil sie nicht wissen, was sie ihren Kindern zu essen geben sollen.

Heute war der erste Tag des Ramadans für muslimische Menschen und sie haben ihnen sehr scharfes Essen angeboten, das in der Kehle brennt (das war das gleiche Essen wie das Mittagessen für uns anderen). Die Bewohnerinnen sind sehr deprimiert wegen der Essenssituation und die Unbekümmertheit und Lethargie der Administration bezüglich dieses Themas.

Es gibt noch andere Problematiken:

1. Es wird nur einmal pro Tag geputzt (es sollte dreimal pro Tag sein, wie mich die Administration persönlich informiert hat) und die Administration überwacht das nicht. Wir haben angeboten, selber die Supervision zu übernehmen (unter der Bedingung, dass sie mit uns kooperieren und uns zuhören). Die hygienische Situation in den Toiletten- und Duschräumen ist meistens unter aller Sau! Meistens gibt es auch keine Seife oder Desinfektionsmittel in den Toilettenräumen.

2. Die Bürozeiten sind nicht genug lang, um unsere Probleme anzugehen (wir fordern minimum 2 Stunden pro Tag).

3. Es wird kein spezielles, adequates Essen für schwangere Frauen und Kinder angeboten.

4. Der Erste-Hilfe-Raum ist immer zu. Obwohl da geschrieben steht, dass er jeden Donnerstag offen sei, was natürlich auch nicht genug ist.

5. Die Administration hat 6 Frauen ausgewählt um ein residence council (Bewohnerinnenrat) zu gründen. Dieser council hat ein Protokoll geschrieben, dass alles in Ordnung sei in der Notunterkunft und dass alle Verbesserungen sehen! Was 73 Bewohnerinnen, die die vorliegende Beschwerde unterschrieben haben, nicht sehen.

6. Es ist uns nicht erlaubt, die Türen unserer Räume abzuschliessen. Manchmal schlafen die Frauen in den Räumen oder wollen sich anziehen. Das bedeutet ein konstantes Gefühl und Zustand von Panik und Angst, dass die Türe jederzeit geöffnet werden kann.
Dieser Ort ist dafür da, die Frauen zu beschützen, und nicht, sie zu traumatisieren!

7. Jedes Mal will uns die Administration weismachen, dass sie eine Küche bauen werden. Sie sagten, dass die Arbeiten dafür im Mai anfangen, jetzt sagen sie:  Im Juni, und die Arbeiten  sollen bis Januar 2018 fertiggestellt werden. Sollen wir weitere 8 Monate von diesem Essen gequält werden?

Sie haben eine Erlaubnis eingeholt für uns, in zwei anderen Küchen in anderen Gebäuden nahe der Notunterkunft zu kochen, was gut ist. Aber die Frauen können sich die Kochzutaten immer noch nicht selber kaufen, weil das Geld verschwendet wird für das unessbare Essen, das in der Notunterkunft zur Verfügung gestellt wird.

Die Administration hat mich und drei andere Bewohnerinnen darüber informiert, dass sie sich mit uns treffen und diese Beschwerden besprechen möchten. Aber wir befürchten, dass sie uns wie üblich nicht zuhören.

Wir lieben diesen Ort, der uns Sicherheit uns relativ gute Lebenskonditionen bietet. Wir wollen ihn auch nicht verlassen. Nichtsdestotrotz können wir das angebotene Essen nicht essen, weil es sehr schlecht und schädlich ist für unsere Gesundheit und die Gesundheit unserer Kinder. Wir wollen unser eigenes Essen, unsere eigenen Zutaten kaufen und für uns selber kochen.

Wir fordern ähnliche Messungen wie am Fehrbelliner Platz.

Bitte sehen Sie sich die beiligenden Fotos an.
Ebenso angehängt ist die Beschwerde.

Beste Grüße,

Frauen aus NiedStr
Email attachments :

At Brienner Str Lager, people have said enough is enough #Berlin #LMG

In the last days, the life in the Lager at Brienner Str. 16, 10713 Berlin, has become unsustainable. Is well known that the conditions of the lagers of Berlin are always bad, there are always with problems with health, food, mistreatment of security hired by the responsible of the lager, hygienem, etc…

Now in lager at Brienner Str, people have said enough is enough. The triggering point of the protest was some days ago, a father was taking some bread from the kitchen to his kid, who was sick, and the security treating him as you can see in the videos below, as they often say, they are treated as animals.

Protest at lager Brienner Str. 16 10713 Berlin from Lager Watch on Vimeo.

Then they’ve decided to camp outside the Lager.Now around 50-60 people are denouncing the continuous abuses from the security, the existence of bedbugs affecting adults and children, the revolting food which was the cause why a woman wanted to take her life(she could not afford eating outside everyday), the prohibition to take food to the rooms, the lack of good hygienic conditions.

Once again we say loud and clear, we want the closure of all lagers and we want it now!!!

Join the protest in front of the lager in Briennerstr

Hi, some people don’t wanna come back to their camp and thay strike in front of it. They are single and family and they need some tents and … The adress is :
Brienner Str. 16, 10713 Berlin

According to the photos, there appears to be huge bed bug problem.

We were told that they need more tents, because they want to continue striking.

Any support and suggestions are welcome!

DEMO against the bloody Dictatorship of Idriss Deby / October 11th, 2016, Berlin

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We, the Chad Youth in Germany, wish to protest against the visit of the Chadian dictator Idriss Deby in Germany because this tyrant represses his people. We urge the leaders of Germany not to be complacent with the dictator Deby who does not respect any democratic principle and values.

For 26 years, he has monopolized power through the use of force, stolen elections, repressed peaceful protests/demonstrations, murdered political opponents, journalists, human rights activists and all those holding an opposing view to his regime or those who denounce human right abuses under his rule.

We want to raise our voice to make people aware of his bloody regime. We refuse to welcome Idriss Deby in Germany! Come and support us!

When: 11th of October 2016, meeting point/demo route: Alexanderplatz 1. at 14:00 until the Auswärtiges Amt: Werderscher Markt at 18:00

Taste Cameroonian Politics 02/09/2016

3fb7c622d5bcb79d5821771097bb65ddSolidarity event for a refugee-activist

Taste   Cameroonian politics

when?   Friday – 02/09/2016

where?  at K9 – Kinzigstr. 9, U – Samariterstr.

Time    19.00  Cameroonian meal Kifa (Kitchen for all)

 

   20.00  film & discussion with Cameroonian activists

– economic crises, riots & impacts on

feminist/gay movements in Cameroon –

22.00  Paarty

* Karacho Rabaukin – global sounds

* von Raben – Krabat Diy

* Monty Cantsin – bass/jackin house

 

Entrée  Donation ! 🙂 free for Refugees

 

Women in Exile News

 

Women in Exile

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(Text in engl. / german - Please translate to others - Bitte für andere
übersetzen)

KUNDGEBUNG / MANIFESTATION at OranienPLATZ - Berlin

Welcoming WOMEN IN EXILE ON TOUR2016

SATURDAY      13.08.2016

15.00 – 19.00 UHR / 3 – 7 P.M.

Women in Exile & Friends are finishing their Summer Bus Tour 2016 in Berlin. Since 25th of July they have been visiting refugee women all over the country to fight for their rights and against the discrimination they face as women and as refugees.
Berlin's welcoming group for Women in Exile invites you to the rally when they arrive in Berlin!

PROGRAM:
- Statement from Women in Exile
- Some words from supporters
- Photo exhibition from the tour
- Madalenas/Kuringa: Theatre of the Oppressed
- Las puchachitas - feminist Son Jarocho
- Football

AT 6 P.M. DEMONSTRATION: OPLATZ - MARIANNENPLATZ

“WE ARE GETTING LOUDER AND LOUDER! ABOLISH ALL LAGERS!”
(This has been the slogan of the Women in Exile Summer Bus Tour 2016.)

Women in Exile & Friends kommen zum Abschluss ihrer Bustour 2016 nach Berlin. Seit dem 25. Juli haben sie geflüchtete Frauen im ganzen Land besucht und sie ermutigt, für ihre Rechte und gegen Diskriminierungen zu kämpfen.

Die Berliner Willkommensgruppe lädt Euch ein:

Kommt und begrüßt sie mit einer KUNDGEBUNG UND KULTURPROGRAMM!
- Rede von Women in Exile
- Grußworte von Unterstützer*innen
- Fotoausstellung der Bustour
- Madalenas/Kuringa: Theater der Unterdrückten
- Las Puchachitas - feministische Son Jarocho
- Fußball

UM 18.00 UHR - DEMONSTRATION: OPLATZ - MARIANNENPLATZ

“WIR WERDEN IMMER LAUTER! WEG MIT DEN LAGERN!”
(Das war das Motto der Bustour 2016 von Women in Exile.)

link :

https://www.facebook.com/events/2125254107698735/ [1]

The second issue of >Daily Resistance< is out!

Dear people from all over the world, this is the second issue of the newspaper >Daily Resistance< (Read it as a PDF)! It is written by people in the same position like you as so-called refugees who don’t accept their disfranchisement by the German state. They write about their fight and share their opinions to reach out to people who are in the same situation. They are supported by very few citizens and friends in solidarity. Together, we are a growing group of people who are fighting against a system of politicians, media and capitalists that is based on dehumanizing laws, that criminalizes and instrumentalizes people and that exposes itself by the capitalized lager industry.

After releasing the first issue of Daily Resistance, we have received a lot of positive feedback. Many of people started to show interest in writing for the newspaper or distributing it in lagers. Initially, we printed 2000 copies. Soon they were all gone and we realized we have to print more. In the end, we distributed more than 5000 copies in Berlin, Munchen, Jena, Erfurt, Bremen, Darmstadt, Kiel, Hannover, Delmenhorst, Landshut … also in Manchester and Vienna. In Thessaloniki, people managed to throw packages of newspapers over the fences of a closed lager. This is all incredible and gave us the energy to continue. We like to thank everybody who moved the newspaper forward and invite all to join in the fight of breaking the isolation in lagers.

You can join and contribute to the newspaper as an author or join as translater, lecturer, editor, photographer, distributer, … get in contact with us.
The newspaper is now ready for distribution!
We are trying to distribute the newspaper german-wide. You are more than welcome to help distribute the newspaper in your city. Just get in contact with us and we organize it together. We are also working on a list of contact persons who have access to lagers and can distribute the newspaper by putting it directly into the hands of the adressed, past the security. Please get in contact with us, if you can distribute.
We are very interested in your opinion, in your ideas and your criticism, too. Please get in touch: dailyresistance@oplatz.net
Peace
The Daily Resistance Group

Youth against Racism: Call for Plenum and Demonstration against Deportation Treaties in Berlin

[English]

Open Plenum – DEMONSTRATION AGAINST DEPORTATION TREATIES | 09.07. in Berlin

Due to the EU-Turkey deal the way for refugees via Turkey towards Europe is blocked. Turkey receives six billion Euros, to shut down the borders and to keep refugees in camps under conditions of forced labor. Now De Maizère and Merkel propose a very similar deal to several states of Northern Africa. With some the EU already put in practice deportation, police and military treaties. With the “Khartoum-Process” which has begun in the autumn of 2014 asylum seekers from countries such as Sudan, Libya, Egypt and Tunis are supposed to be deported more easily and camps and deportation prisons are supposed to be established. Also with Afghanistan such a treaty shall be bargained.

The strategy of the EU is clear: Refugees shall not even reach the outer borders of the EU, but shall be detained at the beginning of their flight, but latest in Northern Africa and Turkey. Thereby the EU and the German government also put into practice the demands by the right wing populist AfD for the deportation of “illegal” refugees and securing the German borders.

Against these deportation treaties and for the right to stay the nationwide alliance Jugend gegen Rassismus (Youth against Racism) is calling for your participation in a demonstration on the 9th of July in Berlin, based on the initiative of the group “Refugees’ Protest Camp – Hanover (Weissekreuzplatz)”, member of Youth against Racism Hanover. We as Refugee Schul- und Unistreik (Refugee School- and University Strike, Berlin section of Jugend gegen Rassismus) call for a preparation meeting to discuss the preliminary call and the mobilization towards this action.

The over 100 Sudanese asylum seekers are fighting since more than 2 years for the right to stay and lately, as a part of the nationwide alliance Jugend gegen Rassismus (Youth against Racism), organized a strike and action day in Hannover. In more than 14 cities 8.000 young people participated. One night before the Police violently evicted the protest camp of the group which had existed for over two years, while the activists were talking to the authorities. Now the group is organizing a demonstration against deportation treaties.

Join us this Wednesday, 8th of June at 19.00 o’clock in the Potse (Potsdamer Straße 180, 10783 Berlin)!

Für den deutschsprachigen Aufruf bitte weiterlesen:

Das Denkmal für die ermordeten Roma und Sinti Europas in Berlin: Kein Platz für politischen Protest, Platz für Polizeieinsatz

Statement von alle bleiben

Berlin, 24. Mai 2016. Die Polizei räumt kurz nach Mitternacht die Versammlung der Roma, die sich abends dort eingefunden hatten – um gegen ihre Abschiebungen zu protestieren und sich Bleiberechte zu erkämpfen. Familien mit teilweise sehr jungen Babys, Kindern und Jugendlichen aus Norddeutschland waren nach Berlin gekommen, damit ihre Situation von der Bundespolitik wahrgenommen werden sollte.
Wir unterstützen ihre Proteste vor Ort, weil wir ihre Anliegen teilen.

familie3Was den Betroffenen am meisten fehlt, ist Solidarität. Vor Ort waren ein paar Aktive aus antirassistischen Initiativen sowie ein paar aufmerksam gewordene PassantInnen. Zum Glück, denn das waren die einzigen, die sich auf Seiten der Roma einmischten. Die Reaktionen von offizieller Seite an diesem späten Sonntagabend waren abwehrend, abwertend und eiskalt. Alle versuchten, auf die Roma einzuwirken, damit sie diesen Ort so schnell wie möglich verlassen. Niemand stellte sich in dieser krisenhaften Situation auf die Seiten der Roma, beispielsweise damit die Polizei ihre Blockade des Eingangs beendet (was die Lage deutlich entspannt hätte). Insofern ist die Behauptung, die Räumung wäre zum Wohl der Frauen und Kinder erfolgt, eine Art umgekehrte Schutzbehauptung. Sie spricht den Frauen die Fähigkeit ab, über sich und ihre Kinder selbst zu bestimmen. Dabei war deren Entscheidung klar. Zweimal gingen die Sprecher der Familien zu den Familien, um sich zu beraten. Zweimal entschieden diese unmissverständlich, dass sie bleiben wollten – „Hierbleiben!, Hierbleiben!“ riefen sie, auf Deutsch und in Romanes.

Es wäre ein Leichtes gewesen, die Verbleib der Familien über die Nacht zu ermöglichen. Immer wieder gab es diesen Vorschlag, immer wieder wurde er abgelehnt. Die Familien wussten auch nicht, wohin.

Sie wollten gerade an diesem Denkmal für ihre Rechte kämpfen, weil sie sonst keinen Ort haben. Nirgends.

In einem irren Versuch Härte zu zeigen waren die Vertreter der Stiftung schwach und hilflos, so überfordert, so unfähig, dass sie das Gelände stundenlang von der Polizei umstellt ließen und der Öffentlichkeit den Zugang verstellten. Ihnen kam es allein darauf an, keinen „Präzedenzfall“ zu schaffen, der zu dem Zeitpunkt längst eingetreten war. Völlig abwegig ist die Annahme, den Menschen eine Übernachtung im Denkmal zu erlauben würde nach sich ziehen, dass danach täglich fünfzig Roma den Ort einnehmen würden, um gegen ihre Abschiebungen zu protestieren. Sammelabschiebungen und Aufforderungen zur freiwillligen Rückkehr lassen den wenigsten Roma die Möglichkeit, sich überhaupt dort hin zu bewegen. Der Protest ist für diese Menschen gerade an diesem Ort wichtig.

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