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Hauptpunkte der Kritik der Lagerproteste Brienner Straße 16 / Berlin-Wilmersdorf

Seit über einer Woche haben mehr als 80 Menschen, allesamt Familien, die Bewohner*innen der Brienner Straße 16 in Berlin-Wilmersdorf, das Lager aus Protest gegen die unmenschlichen Bedingugen vor Ort verlassen. Sie entschieden sich draußen vor dem Lager zu bleiben, bis sie einen neuen Ort zum Bleiben bekommen.

Die meisten Probleme des Lagers, das vom Arbeiter-Samariter-Bund betrieben wird, sind schon seit fast zwei Jahren immer wieder Thema:

  • Die Security hat keinen Respekt vor den Menschen. Sie schreien Kinder an, sind aggressiv und brutal. Oft setzten sie Gewalt gegen die Bewohner*innen an. Nachts sind sie sehr laut.
  • Das Essen der Kantine ist sehr schlecht, teilweise auch abgelaufen. Kinder mögen es nicht und sind oft krank deswegen. Manche Menschen hatten schon eine Lebensmittelvergiftung, und haben in kurzer Zeit viel Gewicht verloren. Essen von außen darf ins Lager gebracht werden, aber das Essen der Kantine kann nur in der Kantine zu bestimmten Zeiten gegessen werden. Selbst die Security sagt, so ein schlechtes Essen würden sie nicht essen wollen.
  • Die Zimmer dürfen nicht abgeschloßen werden. Die Bewohner*innen haben keinen eigenen Schlüssel. Jede*r kann jeder Zeit rein. Ob Polizei, Sozialarbeiter*innen, Security oder andere Bewohner*innen.
  • Es gibt nur ein paar Stunden pro Tag, wo sich die Leute duschen können. Es gibt für 900 Leute vier Duschräume.
  • Toiletten und Duschen sind oft im schlechtem Zustand.
  • In einem Stockwerk sind die Menschen besonders stark von Bettwanzen betroffen.

 

Nachfolgend einige Statements von verschiedenen Bewohner*innen:

Die Securitys ärgern dich, bis du ein bißchen lauter wirst und dann schlagen sie dich. Es gibt Sachen, die die Security machen muss, weil es seine Arbeit ist, aber er macht es nicht, weil er keine Lust hat. Sie sind immer respektlos und aggressiv, egal ob du ein Mann, eine Frau oder ein Kind bist. Immer wenn es Probleme gibt zwischen der Security und den Leuten, die Leute sind immer schuld. Fast alle Security können kein gutes Deutsch, die meisten beleidigen uns auf ihrer Sprache, oft in Türkisch. Bewohner vom Heim, die Türkisch können, haben uns das erzählt. Nachts ist die Security immer laut, du kannst nichts sagen. Sonst schlagen sie dich, während die anderen Bewohner schlafen. Das passiert oft. Wenn du ein Problem mit einer Security hast, hast du Probleme mit allen. Die hassen dich dann. Viele Kinder haben Angst vor der Security, weil sie oft gesehen haben, wie die Security jemanden schlägt.

 

 

Wir haben viele Kleidung aus Amerika bekommen, als Geschenk von Helfern, für die Menschen, die kommen. Erstmal haben die Sozialarbeiter etwas von der Kleidung geklaut, die für uns war. Und dann den Rest versperrt. Danach sie haben für die Menschen geöffnet. Sie haben eine Linie gemacht und geben zehn Minuten pro Person, sich die Kleidung auszusuchen. Zehn Minuten ist nicht genug. Ob es deine Größe ist oder nicht, kannst du nicht zurückgeben oder tauschen.
Wir haben viele Sozialarbeiter, die können gut arbeiten, aber gibt es auch viele Sozialarbeiter, was sie möchten und brauchen, nehmen sie sich einfach. Und Deutschland bezahlt auch die Arbeit der Sozialarbeiter.
Ich habe gesehen, wie ein Sozialarbeiter einen Stuhl geklaut hat, sie hat ein Fenster geöffnet und ihn rausgeschmissen. Unten standen Leute, die ihn dann in ein Auto reingepackt haben. Viele Tischdecken, Kissen, Schlafdecken, was auch den Menschen gehört, werden geklaut. Und Deutschland bezahlt diese Sozialarbeiter.
Und viele Menschen in Deutschland schenken uns Sachen und die Sozialarbeiter öffnen die Sachen und nehmen die neueren und besseren Sachen. Und was schlecht ist, geben sie den Leuten. Ich habe eine Frau gesehen, sie arbeitet als Sozialarbeiter. Sie hat eine schöne Jacke gefunden und hatte diese mitgenommen in ihrer Tasche. Und andere Menschen, die warten in der Schlange eine Stunde, um einfach reinzugehen und gucken nach Sachen, Schuhe z.B. oder Jacken oder Hosen, aber es gibt einfach schlechte Sachen, weil die Sozialarbeiter haben schon die guten Sachen genommen. Aber man kann nicht sagen, alle Sozialarbeiter machen so und nehmen, was sie möchten. Hier gibt es gute und schlechte Menschen. Und Deutschland bezahlt diese Sozialarbeiter.

Die Menschen, die als Übersetzer im Heim sind, nicht die Helfer, sondern die, die Geld nehmen, die können oft nicht genug deutsch. Die übersetzen falsch und deswegen haben wir immer Probleme mit den Behörden. Die geben uns falsche Informationen, weil sie keine Ahnung haben oder zu wenig Informationen.

Das Essen schmeckt den Kindern gar nicht, hat schlechte Qualität. Manchmal gibt es Essen, das abgelaufen ist. Wie altes Brot, bis es grün ist. Ich habe eine Frau gesehen, die im Heim wohnt. Weil sie das Brot nicht mitnehmen darf, hat sie das Brot in ihrer Jacke versteckt um ihren Kindern am Abend das Brot zu geben.
Und das ist ihr Brot. Ob sie es in der Kantine isst oder in ihrem Zimmer, es ihr Brot. Da hat die Security die Frau gesehen. Er hat ihr dann gesagt, „Du hast das Brot geklaut.“

Über Duschen wir wollen reden. Wir sind 900 Menschen in diesem Heim. Und wir haben vier Zimmer für Duschen. Das ist genug, aber das Wasser ist manchmal zu kalt. Und die Duschen sind von sechs bis sieben, zwölf bis eins, drei bis vier, sieben bis neun geöffnet. Wenn einer zur Schule geht und danach einen Termin hat, wenn er spät kommt, kann er nicht mehr duschen. Und am Abend spielen die Jungs Fußball und müssen auf dem nächsten Tag warten zu duschen. Viele Jungs haben sich beim Fitnessstudio angemeldet, nicht um Sport zu machen, sondern um zu duschen. Und sie zahlen dafür Geld pro Monat.

Die ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) hat ein Team erstellt aus Bewohnern, einen pro Etage, der den Probleme von den Leuten im Heim zuhört und aufschreibt. Und das Geschriebene dem ASB gibt. Ein Bewohner hat das ein Jahr lang immer so gemacht. Und nach einem Jahr hat er gesagt, „Ich schreibe euch immer die Probleme auf und gebe sie euch, seit einem Jahr. Und bis jetzt habt ihr kein Problem gelöst.“ Und dann hat der ASB ihn aus dem Heim rausgeschmissen und ihm gesagt, dass er Probleme macht zwischen dem ASB und den Leuten aus dem Heimen.

Zwei weitere Statements von Bewohner*innen aus dem Heim

1: Ein Mann war in der Kantine. Sein Handy hatte kein Akku mehr und er musste es in dem Zimmer lassen, damit es auflädt. Und ein andere hat das Handy geklaut, weil er im Heim das Zimmer nicht abschließen darf. Der gleiche Mann war in der Dusche und dann hat einer sein Geld geklaut. Auch weil das Zimmer nicht abgeschlossen war.

2: Die Probleme gibt es, weil du nicht die Tür zu machen kannst. z.B. meine Tür kann ich nicht zumachen und ich will nicht jeden Tag meine Sachen mitnehmen wo ich hingehe, aber ich muss. Z.B. wenn ich ein Termin habe mit meinen Freunden, dann ich nehme meine Papiere, mein Handy und meine Kleidung, nicht dass einer sie klaut, und dann gehe ich zum Termin. Die Frage warum ich das mache. Warum ich nicht meine Sachen in meinem Zimmer lassen kann. Weil ich nicht die Tür zumachen kann.

1: Und ein Stück Schlüssel wiegt nicht soviel wie meine Sachen. Das heißt, ein Stück Schlüssel, löst meine Probleme. Und trotzdem darf ich ihn nicht haben.

 

Info Phone: 015774163432

Address: Brienner Str. 16, 10713 Berlin (U Fehrberliner Platz)

 


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English Einladung zur Pressekonferenz, Montag 22.05.17, 11:00, Waldemarstr. 46 10999 Berlin   3 Jahre nach dem international organisierten March for Freedom wurden vier TeilnehmerInnen einer friedlichen Demonstration in Luxembourg-Stadt zu hohen Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt. Der Verlauf des Prozesses und das Gerichtsurteil erscheinen bei nüchterner Betrachtung äußerst willkürlich und keinen rechtsstaatlichen Maßstäben entsprechend. Der March… Read more »

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Dear people, As media group from Oplatz we want to invite you to our open meeting every Sunday from 15h to 18h Friesenstr. 6 10965 Berlin U7-Gneisenaustr. As you know we are focused on giving the news about refugee struggles, situation in lagers, initiatives against racism, figths against deportations, for the right to stay, to… Read more »

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