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News / Statements

Bündnis gegen Rassismus: Statement zum Tod von Sista Mimi und den Festnahmen von Bewohnern der Gerhart-Hauptmann-Schule

english below

Nicht mal vor einer Trauerfeier machen sie halt Wir sind entsetzt und wütend über die jüngsten Ereignisse rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) und verurteilen das Vorgehen vom Kreuzberger Bezirksamt und der Berliner Polizei aufs Schärfste.

Am Morgen des 10.12.14, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, drangen Polizei und Bezirksamt ohne Absprache oder Vorankündigung um 5 Uhr morgens in die GHS in der Ohlauer Straße ein. Mit Gewalt brach die Polizei Türen zu Schlafräumen auf, verwüstete die Zimmer der Bewohner*innen und verhaftete 3 Menschen aus dem Bett heraus.

Vorwand für die Begehung war eine Brandschutzkontrolle, die vom Bezirksamt angeordnet und durchgeführt wurde. Wir vermuten, dass die Brandschutzbegehung vornehmlich dazu diente, die dort lebenden Menschen einzuschüchtern, die Verhaftungen durchzuführen und um mögliche Gründe für eine Räumung zu (er-)finden. Wenn es sich nur um eine Brandschutzbegehung handelt, warum wurden die Bewohnenden im Vorfeld nicht über diese informiert? Warum fand sie um 5 Uhr morgens und unter Einsatz massiver Gewalt und Polizeipräsenz statt?

Am Morgen des 11.12.14 übertraf sich die Berliner Polizei an Dreistigkeit und Respektlosigkeit: Bei der Trauerfeier für die Aktivistin und Freundin Sista Mimi vor der Gerhart-Hauptmann-Schule blockierte die Polizei den Bürgersteig und erlaubte den ersten Trauernden zunächst nicht einmal vor die Schule zu treten, um für Sista Mimi Blumen oder Kerzen niederzulegen. Dieses Verhalten ist widerlich.

Die gesamte Feier über hielt es die Polizei nicht für nötig, respektvollen Abstand zu den Trauernden zu halten. Während des gemeinsamen Gedenkens verhaftete die Polizei einen weiteren Bewohner der Schule, als er von seiner Mitkämpferin Abschied nehmen wollte. Nicht mal vor einer Trauerfeier machen sie halt.

Die Polizei nimmt gezielt Bewohner*innen fest, um den Protest der Geflüchteten weiter zu kriminalisieren und durch massive Einschüchterungen zu schwächen. Das lassen wir nicht zu.

Mit Trauer und Wut gehen wir auf die Straße, um Sista Mimi zu gedenken und zusammenzuhalten. Treffpunkt des Gedenkmarsches ist am Samstag 13. Dezember 2014 um 14h am Oranienplatz.

“Equal Rights and Justice – we say we never stop to fight for it. We keep doing this and we will never stop. Peace!” (Sista Mimi in THE FREEUGEE MOVEMENT – The Calling)

Bündnis gegen Rassismus

*********************************************

Statement concerning the death of Sista Mimi and the detention of
Gerhart-Hauptmann-School residents

They didn’t even stop in the middle of a memorial service

We are appalled and angry about the most recent events at
Gerhart-Hauptmann-School (GHS) and we utterly condemn the behavior of
the Kreuzberg district authorities and the Berlin police.

On the morning of 10.12.14, the International Day of Human Rights, the
police and the district authorities entered the GHS on Ohlauer Street at
5am without any prior arrangement or advance notice. The police forced
open the doors to the sleeping rooms, vandalized the rooms of the
residents and detained three people straight out of their beds. The raid
on the school, an act which was ordered and carried out by the district
authorities, took place under the pretext of enforcing fire safety
regulations. We believe that aims of this enforcement of the fire safety
regulations were to intimidate the residents, carry out detentions and
try to find reasons for an eviction. If this was only about fire safety
regulations, why where the residents not priorly informed? Why was this
carried out at 5am accompanied by massive force and presence of the
police?

On the morning of 11.12.14 the police yet again outdid itself in
rudeness and lack of respect: during the memorial service for friend and
activist Sista Mimi in front of the Gerhart-Hauptmann-School, the
policed blocked the sidewalk and prevented the first mourners from
stepping to the front of the school in order lay down flowers and
candles for Sista Mimi. We find this behavior abhorrent. During the
entire service the police did not keep a respectful distance from the
mourning community. During the commemoration the police detained another
resident of the school, while he was bidding farewell to his fellow
fighter. They didn’t even stop during a memorial service.

The police purposefully detains residents in order to further
criminalize the refugees and weaken their political will through massive
intimidation.
We shall not accept this. In sorrow and with anger we will take to the
streets to remember Sista Mimi and to stand together. The meeting point
of the memorial March is Oranienplatz, Saturday, 13 December 2014 at
2pm.

"Equal Rights and Justice – we say we will never stop fighting for it.
We keep doing this and we will never stop. Peace!" (Sista Mimi in THE
FREEUGEE MOVEMENT - The Calling)

Bündnis gegen Rassismus
(Alliance against Racism)

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